Rückverfolgbarkeit, Marken- und Kundenschutz für "San Daniele-Schinken"
Mit Melonen oder anderen Früchten genossen, ist der Prosciutto nicht nur in Italien eine beliebte Vorspeise. Unter der geschützten Herkunftsbezeichnung „Prosciutto di San Daniele“ darf nur in San Daniele erzeugter Schinken angeboten werden. Seit 1961 wacht das „Consortio del Prosciutto di San Daniele“ über die Einhaltung der hohen Qualitäts- und Herkunftsstandards sowie über die Hygiene während der Produktion und die zugesicherten Eigenschaften des Schinkens. In San Daniele sind derzeit 29 Hersteller, 5 119 Schweinezuchtbetriebe und 131 Schlachtereien ansässig, die 2006 mehr als 2,6 Millionen Schinken produzierten.
Veröffentlicht: Septemberausgabe 2007 "RFID im Blick"
Die RFID-Implementierung in San Daniele betrifft in der Produktionskette die Bereiche Schweinezucht, Schlachterei, Transport zu den Schinkenfabriken, Produktion in den Schinkenfabriken und
die sich anschließende Distributionslogistik. Die Transponder speichern Informationen über den Zuchtort, den Nährstoffgehalt, den Schlachtzeitpunkt, die Schinkenproduktion an sich und das Verbringen an die Verkaufsorte. Alle Daten werden permanent durch das North East Quality Institute aufgezeichnet und online im Internet den Marktteilnehmern zur Verfügung gestellt.
Flexible Anbringungsstellen
Die RFID-Technologie kommt im Produktionsprozess erstmals zum Einsatz, wenn die Schweinekeulen vom Schlachtbetrieb in die Fabriken gelangen. Dort werden die Keulen gewogen und auf die Anforderungen des DOP-Siegels für Produkte mit geschützter Herkunftsbezeichnung hin überprüft. Erst wenn diese Prüfung erfolgreich ist, wird sowohl ein RFID-Transponder in den frischen Schinken eingesetzt als auch das DOP-Siegel, bestehend aus einem Stempel mit Datumsangabe aufgebracht. Die Anbringung des Transponders ist dabei an mehreren definierten Stellen des Schinkens möglich und erfolgt in Abhängigkeit der Größe der Schinken teilweise oder komplett automatisiert.
Position der Antennen
Nach dem Anbringen des Transponders erfolgt die sogenannte „Transponder-Taufe“, bei der die Lagernummer auf den Transponder geschrieben wird. Hierzu sind Loop Antennen unter Förderbändern angebracht, die je nach erforderlicher Schreib-/Lesereichweite mit Obid-i-scan-HF-Mid-Range- oder Long-Range-Lesern von Feig Electronic verbunden sind. Die Lagernummerwird entweder mittels Pick-by-Voice oder durch ein manuelles Bestätigen auf einem Touch-Screen-Monitor an das Backup-System übermittelt, das den Schreibvorgang auslöst. Nach der Transponder-Taufe durchlaufen die Schinken einen mehrstufigen und mindestens 13-monatigen Produktionsprozess: Salzen, Salz entfernen, mehrmaliges Massieren, wieder Einsalzen und Pressen in die typisch mandolinenartige Form.
Das Salzen vom San-Daniele-Schinken
Qualität durch Kontrolle
In einer dreimonatigen Ruhephase werden die Schinken wiederholt gründlich abgeduscht, gebürstet und getrocknet. Mit einer speziellen Würzmischung bestrichen reifen sie schließlich für neun Monate oder länger. Zur Kontrolle ob jeder Schinken die ihm zugedachten gedachten Produktionsstufen durchlaufen hat, werden die Lagernummern von jeweils 32 Schinken, die an einem speziellen transportablen Gerüst hängen, auf einen am Gerüst befestigten Transponder geschrieben. Vor den jeweiligen Prozessstationen sind wiederum Leser installiert, die aufzeichnen, welches Gerüst zu welchem Produktionsschritt gebracht wurde. Somit kann das System abgleichen, welche Schinken wohin bewegt und tatsächlich behandelt wurden.
Ökonomische Auswertung
Der Plagiatschutz und die Rückverfolgbarkeit konnte durch das Anbringen eines Transponders in jedem einzelnen Schinken realisiert werden, der die Originalität des Produktes bescheinigt und den gesamten Lebenszyklus des Schinkens in angeschlossenen Datenspeichern dokumentiert. Die Rückverfolgbarkeit der Schinken innerhalb des Produktionsprozesses in mehreren Fabrikationen erlaubt zudem die ökonomische Aufwertung des gesamten Prozesses wie beispielsweise das Monitoring des Produktionsablaufes sowie exakte Analysen der Produktionskapazitäten und Lieferantenqualitäten.
Dolce Vita durch RFID


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