Mit Wirkung vom 20. Juli hat die Schreiner Group sämtliche Gesellschaftsanteile der X-ident GmbH von der T. Technology Holding übernommen. "RFID im Blick" sprach mit Dr. Jörg Schmidt über die zukünftige Entwicklung der beiden Unternehmen.
Veröffentlicht: Dezemberausgabe 2007 "RFID im Blick"
Herr Dr. Schmidt, denken Sie, dass mit der Übernahme von X-ident durch die Schreiner Group im Juli 2007, X-ident zu einem siebten Teilbereich der Schreiner Group wird?
Mit X-ident als Tochtergesellschaft der Schreiner Group gibt es ein weiteres Unternehmen, das sich auch mit dem Thema RFID beschäftigt, jedoch keinen neuen Geschäftsbereich. Die zu betreuenden Märkte sind zwischen X-ident und den Geschäftsbereichen der Schreiner Group eindeutig aufgeteilt und definiert.Während X-ident den Schwerpunkt auf Karten und Ticketing legt, konzentriert sich LogiData auf den Bereich Logistik und unterstützt die anderen Geschäftsbereiche der Schreiner Group, insbesondere ProTech für die Technische Industrie und MediPharm für die Pharmazeutische Industrie. Es kommt zu keiner Verschmelzung, sondern X-ident bleibt als eigenständiges Unternehmen weiter bestehen und erkennbar. Bei Vertriebsaktivitäten, Produktionsprozessen, Coporate Identity und anderes wird man sich natürlich auf das engste abstimmen. X-ident ist stark im internationalen RFID-Bereich vertreten, LogiData deckt vor allem den deutschen und näheren europäischen RFID-Bereich ab, so dass insgesamt X-ident eine sehr gute Ergänzung für die RFID-Aktivitäten der Schreiner Group darstellt.Innerhalb der Schreiner Group wurden inhaltliche Abgrenzungen geschaffen, beispielsweise LogiData und ProSecure. In Bezug auf LogiData und X-ident beschreiben Sie die Unterschiede eher in der Ausrichtung. Die Schreiner Group ist eine Matrixorganisation, in der sich die großen Bereiche ProTech und MediPharm auf ausgewählte Märkte konzentrieren, während Geschäftsbereiche wie ProSecure, VarioLight und LogiData grundsätzlich mehr produkt-/lösungsorientiert ausgerichtet sind. Durch die Übernahme von X-ident haben wir unsere RFID-Kompetenz noch weiter gestärkt und können somit die unterschiedlichen RFID-Zielgruppen, gemäß der jeweiligen Anforderungen, Umgebungen oder Anwendungen optimal betreuen und bedienen.
Wie lange wird diese Phase der Findung Ihrer Einschätzung nach dauern und wie viele Personen sind daran beteiligt?
Dabei handelt es sich um einen kontinuierlichen Prozess des gegenseitigen Kennenlernens, voneinander Lernens und der permanenten Verbesserung. Die Grundsteine einer erfolgreichen Zusammenarbeit waren schnell gelegt, da die agierenden Personen professionell und freundschaftlich miteinander umgehen und es sich um eine ähnliche Wertekultur handelt wie in der Schreiner Group. Die zentralen Projekte, beispielsweise InMould, DuraTag und FuE-Aktivitäten sind interdisziplinär aus Vertretern von LogiData und X-ident besetzt. Damit ist ein fruchtbares Arbeiten miteinander und eine kundenorientierte innovative Ausrichtung der Projekte sichergestellt.
Wie grenzt sich das Produktportfolio von LogiData von X-ident ab?
X-ident ist spezialisiert auf den Karten- und Ticketmarkt. Diese hochwertigen Produkte sind für Zutrittskontrollen, ÖPNV oder
Stadien geeignet. Weitere Produkte und Entwicklungen beziehen sich vor allem auf einfachere Produkte, die in hohen Stückzahlen produziert werden können. LogiData bietet einerseits klassischeProdukte wie das Inmould-Label an, die in Mehrwegbehältnissen und vor allem für die Steuerung von Mehrwegpools und Logistikprozessen eingesetzt werden. Weitere RFID-Produkte sind das on-Metal-Label für metallische Oberflächen sowie das Plasto-Label, beispielsweise für die Anbringung auf Kabelbäumen in Industrieumgebungen. Natürlich gibt es Überschneidungen. Bei Smart-Labels beispielsweise wird nach den Anforderungen der Anwendung entschieden. Sind einfache Labels in großer Stückzahl gefragt, werden diese sicherlich bei X-ident produziert. Etwas kompliziertere oder Speziallösungen werden bei LogiData entwickelt und gefertigt.
Das inhaltliche Portfolio von LogiData umfasst sowohl die Entwicklungund Produktion als auch die Beratung. Ist dies bei X-ident ebenfalls gegeben?
X-ident versteht sich in erster Linie als Produzent von RFID-Labels, Tickets und Karten. Bei X-ident ist Beratungs-Knowhow vorhanden. Die Lösungen von LogiData bestehen aus anspruchsvollen RFID-Labels, Systemen und der Beratung. Dabei agiert LogiData alleine oder als Generalunternehmer mit Unterstützung von Partnerunternehmen. Dies wird auch weiterhin Bestand haben. Mit welchen Partnern wir zusammenarbeiten, hängt im wesentlichen von den jeweiligen Kundenanforderungen und -wünschen ab. Zu nennen sind Dematic, RF-iT, auf der Softwareseite DTE und Eskape, TBN im Bereich Hardwareinstallation, sowie Feig Electronic, deister electronic und Scemtec für die Hardware.
In welchen Bereichen rechnen Sie mit dem stärksten Wachstum, Stichwort „Massenmarkt“?
Ich glaube, dass es mittelfristig im Pharmasektor einen sehr starken Massenmarkt geben wird. Auch der Bereich Automotive wird sehr stark wachsen. Dem Handel stehe ich eher etwas skeptisch gegenüber. Eine Ausnahme bilden Mehrwegtransportbehältnisse. Ein anderes wichtiges Thema sind Tickets, Zutrittskontrollen und der ÖPNV. Auch für den Produkt- und Markenschutz wird der Markt weiter wachsen. Die RFID-Technologie eignet sich grundsätzlich für alle Prozesse, die effizienter, transparenter und sicherer gestaltet werden sollen. Die Logistik generell wird hier eine Lead-Branche sein.
„RFID im Blick“ dankt Ihnen für das Gespräch.
Dr. Jörg Schmidt ist Business Development Manager bei Schreiner LogiData GmbH & Co. KG
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