Der internationale Technologiekonzern Schott, der Spezialwerkstoffe, Komponenten und Systeme entwickelt und produziert, setzt seit Ende letzten Jahres eine RFID-basierte Lösung in den Schmelzprozessen ein. Gemeinsam mit dem Systemlöser Euro I.D. Identifikationssysteme wurde ein Überwachungssystem entwickelt, das Beschickungsfehler vermeidet und dadurch Sicherheit im Schmelzprozess schafft.
Veröffentlicht: Märzausgabe 2008 "RFID im Blick"
Bei kontinuierlich laufenden Schmelzprozessen, wie sie beispielsweise in der Metall- und Glasindustrie zu finden sind, ist es von größter Wichtigkeit, die Zufuhr der Grund- und Zuschlagstoffe zu überwachen. Eine Verwechslung kann zu hohem wirtschaftlichen Schaden durch tagelangen Ausfall des Schmelzofens führen.
Den kontinuierlichen Betrieb sicherstellen
Die Aufgabenstellung bestand darin, bei sechs kontinuierlich betriebenen Schmelzöfen die Beschickung mit Grund- und Zuschlagstoffen über RFID-Systeme zu überwachen. Fehler und die richtige Zuordnung sollten dem Bediener über ein Ampelsystem optisch angezeigt werden. Das System sollte dabei ohne Anbindung an übergeordnete Systeme arbeiten. Die Produktzuführung der Grundstoffe erfolgt mittels Stahlcontainern, während die Zuschlagstoffe in Big-Bags angeliefert werden.
Ampelschaltung verhindert Befüllfehler
In Zusammenarbeit mit dem Kunden wurde ein Konzept auf der Basis passiver UHF-Technik entwickelt und umgesetzt. Hardwareseitig werden als Transponder, je nach Gebindeart (Container oder Big-Bag) unterschiedliche, kunststoffgekapselte UHF-Datenträger eingesetzt. Die Schreib-/Lesesysteme (LRU 2000 von Feig Electronic) mit bis zu vier Antennen sind über Ethernet mit dem Steuerungs- und Monitorrechner verbunden. Zur Ansteuerung der Ampeln ist der PC mit Relaiskarten ausgestattet. Euro I.D. hat auch die Software geliefert, die neben den administrativen Aufgaben, wie Zuordnung der Transponder zu einem Gebinde, alle Kontrollund Steuerungsaufgaben übernimmt. Auf einer Systemübersicht ist der Anlagenstatus jederzeit ersichtlich.
Fazit
Das Bedienpersonal wird in seiner verantwortungsvollen Arbeit unterstützt. Schon nach kurzer Zeit hat sich das System durch die Vermeidung eines Beschickungsfehlers amortisiert.
„Die besondere Herausforderung bestand zum einen darin, die passive UHF-Technologie in den sehr rauen Umgebungsbedingungen mit hohen Temperaturen zum Einsatz zu bringen“, erläutert Gerhard R. Timme, Key Account Manager bei Euro I.D Identifikationssysteme. „Zum anderen wurde das Projekt innerhalb kürzester Zeit umgesetzt. Wir haben nach einer Besichtigung vor Ort ein Konzept erarbeitet, die Software erstellt und geliefert. Bereits nach einer vierwöchigen Testphase wurde das Beschickungsüberwachungssystem zum Einsatz gebracht. Vor Ort hat Euro I.D. die Installation begleitet, das heißt bei der Justierung der Lesepunkte und der Optimierung der Parameter beratend zur Seite gestanden. Auch die Ampelansteuerung wurde in kürzester Zeit realisiert. Sehr schnell war klar: Das Konzept ist optimal“, so Timme begeistert.
Sichere Schmelzprozesse

