Die Felix Schoeller Gruppe, weltweiter Hersteller von Imaging- und Dekor-Papieren, hat eine RFID-Lösung zur Verfolgung und zur Optimierung des Materialflusses von Dekorpapierrollen implementiert. „Wir setzen die Lösung bisher an zwei Standorten ein. Pro Monat werden insgesamt 5 000 Papierrollen mit RFID ausgestattet“, ergänzt Frank Meyer-Niehoff, Geschäftsführer von Felix Schoeller Supply Chain Technologies.
Veröffentlicht: Aprilausgabe 2008 "RFID im Blick"
Aufbau der Applikation
Zunächst wird bei Technocell Dekor eine schon vom Hersteller Paul & Co. GmbH, ein zur Kunert-Gruppe zugehöriges Unternehmen und einer der führenden Hersteller von Hartpapierhülsen in Europa, mit einem UHF-Tag ausgestattete Papphülse eingesetzt. Auf die Hülse wird das produzierte Papier gewickelt und als fertige Rolle verpackt. Die Tag-ID besteht aus der Rollennummer, der Kunden-Rollen-Nummer sowie dem Rollengewicht und wird an das Schoeller SAP-System übergeben. Bei der Beladung werden die verladenen Rollen mit dem SAP-Lieferschein abgeglichen und die Tag-ID wird in das Lieferavis übergeben, welches elektronisch an das SAP-System des Kunden übermittelt wird. Beim Wareneingang kann der Kunde dieses mit der Ware abgleichen und die Rollen direkt in sein Lager einlagern. „In dem Projekt setzen wir eine mit unserem langjährigen Partner in der Verpackungs- und RFID-Industrie Wilms OHG eigens entwickelte Middleware zur Anbindung der Readerkomponenten an die ERP-Landschaft, UHF-Reader sowie individuelle durch uns entwickelte Antennengates und -befestigungen ein“ ,so Meyer-Niehoff.
Optimierte Kontrolle
Schoeller Gruppe die lange die nicht eindeutig definierbare Lage des Transponders, bedingtVorteile für den Produzenten ergeben sich aus der eindeutigen Identifikation bei der Produktion sowie aus der verbesserten Verladekontrolle. Der Kunde kann durch das Auslesen der Informationen die Entladekontrolle optimieren und die Zuordnung des Lagerplatzes einfacher steuern. Besondere Herausforderungen stellen der hohe Metallanteil durch Titandioxid im Papier und durch das Einbringen in die Hülse. Eine besondere Herausforderung ist zudem, dass die Informationen für den Tag erst nach dem Verpacken zur Verfügung stehen und das Beschreiben durch das Papier ebenfalls besonderes Know-How erforderlich macht. „Durch den Einsatz von getaggten Hülsen, bei denen das Tag schon im Produktionsprozess in die Hülse eingebracht wird, entsteht eine zusätzliche Isolationsschicht zum Produkt und dieses verbessert die Lese- undSchreibrate erheblich“ ,fügt der Experte hinzu. In diesem Rahmen kommt der Felix Erfahrung im Umgang mit RFID sehr zu Gute.
Weitere Schritte sind geplant
Zukünftig sollen weitere Supply-Chain-Partner in die Kette eingebunden sowie auch intern weitere Materialflussoptimierungen erreicht werden. „Wir möchten das System auf weitere Applikationen wie die Automatisierung der Außenlagerabwicklung sowie die Anbindung der Förder- und Automatisierungstechnik an RFID-Reader ausweiten“, führt Meyer-Niehoff aus. „Natürlich hoffen wir, dass sich das System als Standard in der Holzwerkstoffindustrie durchsetzen wird. In 2008 werden wir die Applikation auf alle deutschen Produktionswerke der Technocell Dekor ausweiten und auch unsere Kunden planen größere Rollouts.“
Die Felix-Schoeller Gruppe
- Gegründet 1895 in Osnabrück durch Felix Hermann Maria Schoeller
- Weltweit führender, spezialisierter Hersteller von Imaging und Dekorpapieren
- 8 Produktionsstandorte weltweit in Deutschland, Russland, Kanada und den Vereinigten Staaten von Amerika
- 2 430 Mitarbeiter
- 721 Millionen Euro Jahresumsatz
Der Weg zur intelligenten Papierrolle
