Überwachen, steuern und optimieren mit aktiver RFID-Technologie
Ob in der Automobilindustrie, der öl- und gasfördernden Industrie, in Transport und Logistik, in der Baubranche, im Gesundheitswesen oder in der Personenortung – die aktive RFID-Technologie kann für transparente Abläufe sorgen und damit die Basis für Prozessoptimierungen schaffen.
Veröffentlicht: Märzausgabe 2008 "RFID im Blick"
RFID erlebte in den vergangenen Jahren eine rasante Entwicklung. Aus einem reinen Technologieprodukt erwuchs ein vielseitig einsetzbares Werkzeug, welches die unterschiedlichsten Industriezweige revolutioniert. An der Erfolgsgeschichte maßgeblich beteiligt sind aktive RFID-Systeme. Deren Leistungsfähigkeit und Reichweite steigen kontinuierlich, das Feld an Anwendungsmöglichkeiten wird dementsprechend immer weiter. Selbst widrige Umgebungsbedingungen können aktiven RFID-Transpondern der neuesten Generation nichts mehr anhaben. Auch bei extremenTemperaturen, Staub oder hoher Luftfeuchtigkeit überwinden diese mittlerweile Distanzen von bis zu 500 Meter. Aktive RFID-Systeme empfehlen sich aus diesem Grund für die verschiedensten Branchen zur vereinfachten Abwicklung und besseren Kontrolle der betriebswirtschaftlichen Prozesse sowie zur verlässlichen, sicheren Ortung von wertvollen Gütern oder Personen.
Leistungsfähiger Mikrocomputer
Während passive Transponder Energie aus dem Sendefeld eines Lesegerätes beziehen, verwenden aktive Tags eingebaute Batterien. Ein aktiver Transponder kann aus diesem Grund einen kompletten Mikrocomputer zur Verfügung stellen. Dieser kann mit größerem Speicher, mehr Intelligenz und zusätzlichen Funktionen ausgestattet werden. Beispielsweise lassen sich dadurch Temperatur-und Umweltwerte messen, auch eine Anzeige über LED ist möglich. Im Vergleich ist der Wirkungsgrad von passiven Transpondern geringer. Mangels weiterer Energiequellen ist neben der Funktionalität auch die Distanz stark eingeschränkt. So umfasst der Aktionsradius von passiven Transpondern durchschnittlich vier bis fünf Meter, aktive Tags erreichen hingegen bereits die 500-Meter-Marke. Die Reichweite aktiver Transponder wird jedoch meist auf 30 bis 50 Meter reduziert, um den Stromverbrauch zu senken. Auch die Entwicklung neuer, Strom sparender Technologien hat das ihre dazu beigetragen, den früheren Nachteil durch die beschränkte Lebensdauer der Batterie zu egalisieren.
Keine Konkurrenz
Aktive und semi-aktive Transponder kommen hauptsächlich in geschlossenen Kreisläufen oder zur Verfolgung beziehungsweise Absicherung wertvoller Güter zum Einsatz. Mehrkosten gegenüber passiven Tags amortisieren sich schnell: Zum einen werden die aktiven Transponder laufend verwendet, zum anderen fallen keine Kosten für Erfassungsgates oder zusätzliches Personal an. Der hohe Grad an Automatisierung gibt vielmehr bestehende Ressourcen frei. Ihre Stärken zeigen die beiden Technologien in unterschiedlichen Bereichen. So eignen sich passive Tags ideal zur Produktkennzeichnung, indem diese Barcodes ersetzen oder deren Leistungsspektrum erweitern. Ebenso kommen diese in Zutrittssystemen oder zur Tieridentifikation zum Einsatz. AktiveTags werden im Gegensatz überall dort benötigt, wo eine gewisse Reichweite vorausgesetzt wird, beispielsweise bei der Kennzeichnung und Verfolgung von Bauteilen, Fahrzeugen oder Behältern.Anwendung findet aktive RFID-Technologie in verschiedensten Branchen und Lebensbereichen: Sei es im Gesundheitswesen zur Ortung von medizinischen Geräten oder Personal oder auch zum Entführungsschutz von Neugeborenen, in Mautsystemen, in elektronischen Nummernschildern, in Schiff- und Flughäfen oder in Verteilzentren, um das Andocken der LKW an den Rampen zu koordinieren.
Neue Dimension durch RFID
Mit der automatischen Identifizierung und speziell mit der aktiven RFID-Technologie wurde auch hinsichtlich der Generierung von Daten eine neue Dimension erreicht. Online und in Echtzeit übermitteln Transponder Unmengen von Informationen an das Lesegerät, ungleich mehr als in Zeiten der händischen Erfassung. Den Informationssystemen kommt dementsprechend eine hohe Bedeutung zu, um die riesigen Datenmengen zu filtern, aufzubereiten, zu speichern und nicht zuletzt benutzergerecht darzustellen. Abläufe und Prozesse müssen für den Benutzer klar ersichtlich sein, damit er aus diesen die entsprechenden Optimierungsmaßnahmen ableiten kann.
Professor Wilhelm Gantner ist Firmengründer von Ganter Electronic und Aufsichtsratmitglied von Identec Solutions.
info(at)identecsolutions.at
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