Eine auf den Tag genaue und eindeutige Abrechnung einer jeden einzelnen Palette bietet der neue Pooldienstleister Palpool, der sich erstmalig auf der CeMAT 2008 präsentierte. Basierend auf RFID- und Webportal-Technologie vermietet dieser Kunststoffpaletten für geschlossene Kreisläufe. Jede einzelne Palette ist identifizier- und verfolgbar. Dadurch lässt sich der aktuelle Überblick über Kosten und Bestand der Ladungsträger jederzeit im Internetportal anzeigen.
Veröffentlicht: Juniausgabe 2008 "RFID im Blick"
Reinhard Nickel, Geschäftsführer Vertrieb und Marketing der Paul Craemer GmbH, erläutert die Lösung von Palpool auf der CeMAT.
„Für das Auslesen der Transponder, die in den Paletten eingebracht sind, werden bestimmte Lesereichweiten benötigt. Daher hat sich unser Unternehmen des Themas UHF angenommen.
Die Tags werden in den Palettenfuß eingeschweißt. Das bedeutet, dass keine Möglichkeit besteht, den Datenträger zu entfernen, sobald dieser einmal in die Palette integriert wurde. Da es sich um passive Transponder handelt, spielte das Thema Leseempfindlichkeit eine große Rolle. Mittlerweile liegt die Lesereichweite durch die eingesetzten Handhelds des Unternehmens Höft & Wessel aber bereits bei zwei Metern.
Von der Kundenseite gab es darüber hinaus weitere Anforderungen, die erfüllt werden mussten. Auf Grund der Einhaltung der Datensicherheitder beteiligten Partner ist es nicht notwendig, über die Firewall oder das IT-System des Unternehmens eine Verbindung herzustellen. Daher benötigt der Kunde nun lediglich einen Internetzugang. Die Sendung aller Datenerfolgt über die Telekommunikation aus dem Handheld und nicht über das IT-System des jeweiligen Unternehmens. Somit bieten wir mit Palpool eine völlig autarke und unabhängige Lösung.“
In einem Echtbetrieb setzen Dr. August Oetker Nahrungsmittel und Sachsenmilch auf das RFID- und webportalbasierte Palettenpooling von Palpool. Hiermit ist eine Bestandsübersicht der Paletten in Echtzeit möglich. Alle Beteiligten können über ein Internetportal sehen, wo sich die Paletten derzeit befinden. Hierdurch ist eine absolute Kosten- und Abrechnungstransparenz gegeben ist.
Lückenlose Erfassung
Jeder Ladungsträger verfügt über zwei UHF-Transponder mit Identifikationsnummer. Beim Einscannen mittels Handheld, welche das Unternehmen Höft & Wessel liefert, können so alle Paletten lückenlos erfasst werden. Die Daten fließen anschließend über die Dockingstation via GPRS direkt in das Internetportal. Somit entfällt das Ausfüllen von Palettenscheinen. Weiterhin ist der Verbleib jeder Palette zu jeder Zeit nachvollziehbar. Der gesamte Prozess der Erfassung und Verwaltung der Ladungsträger erfolgt über die Komponenten Handheld und Internetportal. Erst kürzlich wurde das RFID- und webportalbasierte Palettenpooling auf der CeMAT 2008 mit dem MM Logistik Award in der Kategorie Identtechnik des Industrie Magazins MM Maschinenmarkt ausgezeichnet.
Mit der Internetportal-Lösung, die von der DTE Automation GmbH für Palpool entwickelt wurde, ist eine Transparenz der Kosten und Bestände möglich, die unabhängig von Ort und Zeit allen Beteiligten den entsprechenden Überblick bietet. Der Anwender kann somit direkt seine Kosten beim Palettenpooling steuern. Zum Einsatz kommt die Lösung im Echtbetrieb seit Mai 2007 bei den Unternehmen Dr. August Oetker Nahrungsmittel und Sachsenmilch.
Jürgen Dörenkämper, Abteilungsleiter für den Bereich TK-Logistik bei der Dr. August Oetker Nahrungsmittel KG in Bielefeld und Joachim Foht, Leiter des Vertriebsinnendienstes bei Sachsenmilch, berichten im Gespräch mit „RFID im Blick“ über das gemeinsame Pilotprojekt.
Was hat Ihr Unternehmen zu der Teilnahme an dem Pilotprojekt mit PalPool bewogen?
Dörenkämper: Aus Qualitätsgründen setzt Dr. Oetker in diversen Bereichen der Pizza-Produktion hochwertige Kunststoffpaletten ein. Das PalPool-Konzept überzeugt dabei durch einen minimierten administrativen Aufwand in der Palettenbuchhaltung und schafft durch die RFID-Technologie (Kosten-) Transparenz zwischen den Prozessbeteiligten. Im Rahmen des Pilotprojektes haben sich die Anwender davon sehr schnell überzeugen können. Mittlerweile liefern diverse Lieferanten Ihre Materialien auf PalPool-Paletten, so dass das jährliche Liefervolumen auf diesem Ladungsträger bereits 10 000 Paletten umfasst. Wir gehen davon aus, dass sich das Palpool–Konzept im Markt geschlossener Palettenkreisläufe durchsetzen wird.
Foht: Bei der Sachsenmilch stand die Forderung nach einer einfachen Lösung im Vordergrund, die keine langwierigen und schwierigen Ankopplungen an die IT-Systeme benötigt. Die autarke Lösung förderte auch die Akzeptanz in anderen Fachbereichen, die in das Projekt einbezogen werden müssen. Eine weitere Herausforderung stellte die Forderung nach einem Palettentyp dar, der auf der Fördertechnik transportiert werden kann. Dies war mit anderen Kunststoffpaletten bisher nicht möglich, denn durch die Rollenförderer gab es häufig Störungen, Paletten rutschten beispielsweise über Lichtschranken. Durch die Lösung, die jetzt voll auf unserer Fördertechnik zum Einsatz kommt, verzeichnet unser Unternehmen Einsparungen bei dem Palettenhandling sowie bei der Verladung. Das Einlesen und die Buchhaltung der Paletten erweist sich als einfach. In der Testphase wurden 6 000 Paletten gehandelt, bei einem Schwund von zwei Stück, die allerdings in den Produktionsbereichen wiedergefunden wurden. Darin liegt der Vorteil: Wenn eine Palette länger als x Tage im Bestand ist, können wir gezielt auf die Suche nach dieser gehen. Paletten verschwinden nicht mehr im eigenen Haus. Somit sind auch Einsparungen gegeben.
Transparenter Kreislauf

