Beiersdorf Hamburg führt trailerkonforme Palettenetikettierung ein
Der Chemiekonzern Beiersdorf in Hamburg setzt für die trailerkonforme Ablieferung aller Fertigpalettenwaren an das HUB CE (LCH - Logistik Center Hamburg Hausbruch) seit August die RFID-Technologie an zwei Verladestellen ein. Technologiepartner sind das Hamburger Unternehmen Drucksysteme Janz & Raschke, das die Drucksysteme lieferte, sowie Deister Electronic, das die Reader bereitstellte.
Bei Beiersdorf Manufacturing Hamburg (BMH) werden in zwei Lagerbereichen auf rund 15 500 Lagerplätzen (Hochregal und Flachbauhalle) chemische Rohstoffe und Packmittel gelagert und verwaltet, mit denen die Produktionsstätten versorgt werden.
Ebenfalls erfolgt von hier aus der Abtransport per Lkw mit Fertigprodukten in das HUB CE.
Trailerkonforme Palettenablieferung
„Früher wurde die Fertigware bereits in der Produktion weit vor der Verladung an das HUB CE in einen sogenannten Transitbestand belastet, dann im Laufe des Tages erladen und an das HUBCE ausgeliefert“, erläutert Ingo Schröckh, Leiter der Werkslogistik bei BMH. „Die Quittierung der Belastungsbuchung erfolgte im HUB CE nach Anlieferung mit Abgleich im aufgelaufenen Transitbestand. Eine trailerkonforme Palettenablieferung nach Verladestellen war zu diesem Zeitpunkt noch nicht gegeben. Ziel war es daher, eine nach Verladestellen, also trailerkonforme Ablieferungan das HUB CE sicherzustellen. Das heißt, die Rechnungsstellung an den Betreiber des HUB CE mit den Verladedaten aus der HU erfolgt jetzt erst unmittelbar vor der direkten Verladung auf den Lkw. Versanddokumente werden nun je Trailer und Verladestelle direkt nach dem abgeschlossenen Verladevorgang aus dem System erstellt.“
Identifikation unmittelbar vor der Verladung
Bislang wurden die Versanddaten der Paletten nur über das Barcodelabel in den Produktionsstätten weit vor der Bereitstellung zum Versand erfasst. Beiersdorf suchte daher nach einer praktikablen technischen Lösung, um die Paletten erst unmittelbar vor der Verladung zu erfassen. „Dazu galt es fünf unterschiedliche Verladestellen unter einen Hut zu bekommen", erläutert Peter Schubert, Abteilung Support Consultant Applications bei Beiersdorf. Die BMH hat sich letztendlich für eine Teilausrüstung in zwei Verladebereichen für eine Installation mit RFID entschieden. „Die Entscheidung für RFID wurde von dem Core Team Member des Beiersdorf-Headquarters unterstützt, welches sich seit Längerem bereits mit dem Thema RFID befasst. Da eine sehr gute Kompetenz in allen Anbieterbereichen, ob Scannertechnik oder RFID bereits vorhanden war, gestaltete sich die Installation der RFID-Technik als relativ einfach“, so der Fachmann.
Höhere Erfassungssicherheit
Als Nutzen ergibt sich für das Unternehmen vor allem ein Mehr an Sicherheit: „Nimmt man die reinen Kosten für die RFID-Etiketten, sind diese – trotz momentan fallender Preise – immer noch um ein Vielfaches höher als bei Standardetiketten“, resümiert Ingo Schröckh. „Allerdings ist die Erfassungssicherheit bei RFID-Labels höher als bei Barcode-Etiketten. Mit dem Gesamtergebnis sind wir bislang sehr zufrieden, arbeiten aber trotzdem stetig an Verbesserungen. Nach vier Monaten Praxis müssen wir hier und dort noch etwas Feintuning betreiben, beispielsweise um Erfassungsstörungen durch die Reflektion von Materialien mit hohem Metallanteil zu vermeiden“, lautet das Fazit des Werkslogistikleiters.
Technik aus einer Hand
Um einen möglichst problemlosen Start bei der Einführung von RFID zu gewährleisten, hat sich die BMH ebenfalls dazu entschlossen, Drucker und die erforderlichen RFID-Etiketten aus einer Hand zu bestellen. Diese lieferte das Unternehmen Drucksysteme Janz & Raschke, das bei Beiersdorf als Generalunternehmer für den Bereich Etikettierung fungiert. Neben der Auswahl des Systems und Lieferung der Verbauchsmaterialien hat das Unternehmen auch die Anbindung des vollautomatischen Drucksystems an das ERP-System durchgeführt. Dabei kommt eine spezielle Drucktechnik zum Einsatz: „Bei der Drucktechnik setzen wir auf ein Druckwerk von Avery Denisson. Der Druckkopf ist so konzipiert, dass dieser dem Chip, der eine kleine Erhöhung im Etikett bildet, ausweicht. So wird Abrieb durch Berührung vermeiden“, erklärt Andreas Seils, Sales Manager, Drucksysteme Janz & Raschke.
Einfache Installation
Deister Electronic lieferte die RFID-Lesegeräte, welche an den Verladeplätzen die Paletten erfassen. Die Entscheidung für die UHF-Long-Range-Reader aus dem Hause Deister Electronic fiel aufgrund der einfachen Anbringung und Installation in Verbindung mit der Ethernet-Anbindung. Zuständig für die Umsetzung des Projektes der Reader war Martin Hartwigsen, Sales & Marketing Manager, Ident & Automation, DeisterElectronic. Die Integration und Anbindung wurde durch
Beiersdorf Shared Services GmbH (BSS), eine eigenständige Gesellschaft innerhalb der Beiersdorf Gruppe, realisiert.
Der Dienstleister steuert zentral alle SAP-Systeme der gesamten Unternehmensgruppe.
Mit über 150 Tochtergesellschaften vertreibt Beiersdorf Marken wie Nivea, Eucerin, la prairie, Juvena, Labello, 8 x 4, Hansaplast und Florena. Im Jahr 2007 erwirtschaftete das Unternehmen einen Umsatz von 5,507 Milliarden Euro.
www.beiersdorf.de
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