Das Thema RFID ist inzwischen in allen Medien omnipräsent und als allgemeine Identtechnologie ist die berührungslose Datenübertragung auch nicht mehr zu stoppen. Vor allem in der technisch-produzierenden Industrie wurde RFID innerhalb der Automatisierung bereits fest etabliert. Wie so häufig hat auch hier die Automobilbranche eine Vorreiterrolle übernommen. Die RFID-Datenträger werden beispielsweise in/an Werkstückträger/n integriert oder fest im Fahrzeug verbaut und dienen in der Regel der Produktionssteuerung. Jüngste Ansätze gehen auch in den Bereich der Produktionslogistik, wo mittels e-KanBan der Nachschub sichergestellt wird oder vom Zulieferer bereits „getaggte“ Komponenten am Verbauort mittels RFID verifiziert werden.
Veröffentlicht: Novemberausgabe 2008 "RFID im Blick"
Bei Volvo in Gent stand nach der Abkündigung des alten Identsystems in der Oberflächenveredelung die gesamte Produktionskette vom Rohbau bis zur Endmontage im Fokus. Oberstes Ziel war die Einführung einer zukunftsweisenden, durchgängig einsetzbaren Identifikationstechnologie. Statt für den 2D-Barcode entschied sich Volvo für passive UHF-RFID-Technologie. Aufgrund der Reichweite und der Flexibilität bezüglich weiterer Einsatzbereiche hat der Automobilbauer hier klare Vorteile gesehen. Rohbau, die Oberflächenveredelung und die Endmontage stellen aufgrund ihrer unterschiedlichen Umgebungs- und Arbeitsbedingungen spezielle Anforderungen an Konstruktionsmerkmale wie die Antennenkonstruktion, die Reichweite oder das Gehäusematerial.
Fest im Gehäuse integriert
Zusammen mit Volvo hat Deister Electronic einen speziellen UHFReader zur Produktionssteuerung entwickelt. Um eine einfache Installation der Geräte zu bieten und das Risiko von Ausfällen durch Geräte- oder Kabelbeschädigungen zu reduzieren, hat Deister Electronic die Antennen und die Leseeinheit in einem Gehäuse integriert. Damit der Reader auch bei rauhen Einflüssen wie Schweißfunken, Stößen und kurzzeitig hohen Temperaturen zuverlässig funktioniert, wurde das Polyestergehäuse fiberglasverstärkt. Weitere Konstruktionsmerkmale wie beispielsweise die Positionierung von Kontrollleuchten wurden speziell an die Verhältnisse der Produktionsanlagen in der Automobilindustrie angepasst.
Individuelle Identifikation
Als besondere Innovation werden bei Volvo „One-Way-Label“ als Transponder verwendet. Jede Karosse erhält zu Beginn der Produktion „ihren“ individuellen Smartlabel-Transponder, welcher diese anhand einer Referenznummer durch die Produktion steuert. Damit entfallen die hohen Kreislaufkosten durch Reinigungsarbeiten der Datenträger nach Abschluss des Produktionsprozesses und der Rücktransfer zur Wiedermontage. Die stetige Neubeschaffung der preisgünstigen Labels stellt außerdem die ständige technische Aktualität sicher. Mittelfristig sollen die Transponder permanent am Fahrzeug verbleiben, um die logistischen Prozesse und die Distribution der Fahrzeuge zu optimieren.
Weltweite Ausrüstung
Das RFID-Projekt in Gent besitzt für Volvo einen weltweiten Pilotcharakter. Aktuell werden im Rohbau täglich mit 85 Lesegeräten circa 85 000 Readevents generiert, welche mit einer Performance von deutlich über 99,99 Prozent nach Angaben des Unternehmens erfasst werden. Die endgültige Ablösung des alten Systems auch in der Oberflächenveredelung ist bis Mitte 2009 vorgesehen. Im weiteren Verlauf sollen weltweit Produktionsanlagen mit dem passiven UHF-RFID-System von Deister Electronic ausgerüstet werden.
Geräteeigenschaften Frequenz: UHF 865-868 MHz (EU) Protokolle: ISO 18000-6 C; EPC Class1 Gen2 Schnittstellen: Ethernet; optional RS 485, Feldbusanbindung (beispielsweise Profibus, Interbus) Schreib-/Lesereichweite: bis eineinhalb Meter Schutzklasse: IP66 Betriebstemperatur: -20 Grad Celsius bis +50 Grad Celsius In das Gerät integrierte Antenne Besonders robustes fiberglasverstärktes Gehäuse Gleichzeitiger effektiver Betrieb von sehr vielen Readern möglich
Geräteeigenschaften
- Frequenz: UHF 865-868 MHz (EU)
- Protokolle: ISO 18000-6 C; EPC Class1 Gen2
- Schnittstellen: Ethernet; optional RS 485, Feldbusanbindung (beispielsweise Profibus, Interbus)
- Schreib-/Lesereichweite: bis eineinhalb Meter
- Schutzklasse: IP66
- Betriebstemperatur: -20 Grad Celsius bis +50 Grad Celsius
- In das Gerät integrierte Antenne
- Besonders robustes fiberglasverstärktes Gehäuse
- Gleichzeitiger effektiver Betrieb von sehr vielen Readern möglich
Peter Feldmann ist Key Account Manager Ident & Automation bei Deister Electronic GmbH.
peter.feldmann(at)deister.com
www.deister.com
UHF-Technik für Oberflächenveredelung


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