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RFID ist auch ein Türöffner, um Kunden zu gewinnen

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ImageDie Anzahl der RFID-Projekte habe in 2008 zugenommen. Gerade in Zeiten eines schwächeren wirtschaftlichen Umfeldes und sinkender Investitionsbereitschaft würde Investments in Prozesse, wie beispielsweise das Asset Management oder Materiallogistik, Vorteile bringen. Dies meint Dr. Andreas Müller, Entwicklungsleiter der Business Unit Skeye bei der Höft & Wessel AG. Er ist der Meinung, dass gute Geschäftsansätze Lösungen aufzeigen müssen, die ein hohes Maß an Kompetenz in der Systemintegration voraussetzen. Welche Entwicklung er für das kommende Jahr erwartet und warum der Preis immer noch einen entscheidenden Faktor für den Projekterfolg darstellt, lesen Sie im Interview.

Interview von "RFID im Blick" mit Dr. Andreas Müller, Höft & Wessel AG

Veröffentlicht: Dezemberausgabe 2008 "RFID im Blick"

Was folgt auf den RFID-Hype, das Abwarten oder die Realisierung?

Heute befinden wir uns in einer Phase, in der der RFID-Hype vorbei ist und Unternehmen Projekte mit realistischen Einschätzungen starten. Ausgelöst durch einen RFID-Hype, der etwa vor zwei Jahren seinen Höhepunkt hatte, sind Erwartungen an die Technologie gestellt worden, die unrealistisch waren und sich auch nicht erfüllen ließen. Heute geht es vorrangig um die Prozesse, und deren Potenziale, weniger um Wunschvorstellungen. Die Marktprognosen sind vielleicht weniger glänzend als vor Jahren, trotzdem findet ein stetiges Wachstum statt. Höft und Wessel betrachtet das Thema RFID unter einem strategischen Blickwinkel. In unserem Produktportfolio spielt die automatische Identifikation eine ganz wesentliche Rolle und wir erwarten, dass diese Technologie aufgrund ihrer Vorteile zukünftig den Barcode verdrängen wird. Wir setzen also aus nachhaltigen und strategischen Gründen auf RFID, insbesondere auf mobile Reader.

Welche Faktoren sehen Sie für den Erfolg der RFID-Technologie als erschwerend an?

Ein Hindernis für den Einsatz der Technologie kann der Aspekt ‚Kosten‘ darstellen: Wenn es sich um offene Systeme handelt, in denen die Tags nur einmalig Verwendung finden, sind die Ausgaben häufig entscheidend. Bei geschlossenen Systemen, die auf wiederverwendbaren Tags basieren, ist die Investition einmalig. Das Management von Transportmitteln oder Leergut sowie Mehrwegsysteme haben diese Eigenschaften. Auch der Textilhandel, die Textilproduktion oder die Mietwäschelogistik sind interessante Märkte. Mobile Reader mit großer Reichweite haben hier die Nase vorn.

Welche Einsatzgebiete fokussiert ein Hersteller für Mobile-Computing-Lösungen, wie Höft und Wessel?

Was Poolsysteme betrifft, kooperieren wir mit dem Palettenhersteller Paul Craemer. Das gemeinsame Projekt ist sehr interessant, da ganz neue Geschäftsmodelle anvisiert werden. ‚Wie wird die Nutzung einer Mietpalette abgerechnet?‘, ist beispielsweise eine zentrale Frage im Palettenmehrwegsystem. Das lässt sich durch eine Erfassung via RFID sehr genau berechnen. Dass auf diese Weise Palettenein- und -ausgang exakt erfasst werden können, ist ein gewünschter Nebeneffekt.

Derzeit gilt die Textilwirtschaft als Erfolgsbranche für den Einsatz der RFID-Technologie. Wie schätzen Sie die Potenziale ein?

Im Textilbereich arbeiten wir derzeit beispielsweise an einem Projekt für das bekannte Warenhaus ‚John Lewis‘. Im Fokus steht die Herren-Oberbekleidung. Das Ziel aller Händler ist es, die Out-ofshelf- Situation und den daraus resultierenden Umsatzverlust zu vermeiden. Aufgrund der ständigen Produktverschiebungen auf der Verkaufsfläche ergeben sich schnell Differenzen zwischen dem tatsächlichen und dem vom Warenwirtschaftssystem angegebenen Warenbestand. Unser mobiles UHF-Gerät wird eingesetzt, um den tatsächlichen Soll-Ist-Vergleich durchzuführen und den Bestand auf der Verkaufsfläche mit dem Lager abzugleichen. Dieser Abgleich ist innerhalb von fünf Minuten auf der Verkaufsfläche und im Lager möglich. Die effektive Zeitspanne beträgt also nur zehn Minuten. Regelmäßig werden diese Inventarisierungen durchgeführt, so dass die fehlende Ware entweder an ihren Platz gehängt werden oder aus dem Lager geordert werden kann. Neueste Zahlen belegen, dass der Umsatz durch diese Prozessoptimierung um über sechs Prozent und mehr gestiegen ist. Bei hochwertigen Bekleidungsartikeln stellen die Kosten für die Tags häufig kein Hindernis dar. Die größten Vorteile sind die Zeitersparnis und die regelmäßige Inventur zur Vermeidung der Out-of-shelf-Situation. Im Vergleich zur Inventur via Barcode-Etiketten lagen die Zeiteinsparungen im Bereich der Herrenoberbekleidung bei 50 Minuten. Das sind natürlich sehr beachtliche Prozessverbesserungen.

Stichwort ‚Item Tagging‘ – wie schätzen Sie diese Entwicklung im Handel ein?

Derzeit wandern die Projekte quasi rückwärts durch die Wertschöpfungskette. Vom Handel in Richtung Produzent. Ich denke, das ist ein Teil der EPCglobal-Vision. Ein Standard verfolgt das Produkt durch die ganze Wertschöpfungskette hindurch. Im Textilbereich sehe ich, dass dieses Konzept aufgeht. In der Automobilindustrie haben wir bereits erfolgreiche Projekte durchgeführt. Ziele sind die Erhöhung der Prozessqualität und die Steigerung der Geschwindigkeit. Auch in diesem Bereich haben Geräte mit großen Reichweiten Vorteile.

Stichwort ‚Software-Integration der Reader‘ - wie wird die zukünftige Entwicklung ablaufen?

EPCglobal hat entsprechende Standards bereits verabschiedet. Höft und Wessel sieht es als richtig an, diese Standards zu unterstützen. Auf der Luftschnittstelle arbeiten unsere RFID-Reader schon seit langem EPCglobal konform. Jetzt fokussieren wir die Softwareschnittstelle zu anderen Systemen, die wir ebenfalls EPCglobalkompatibel gestalten. Dann haben wir die nächste Integrationsstufe erreicht. Diese Reader lassen sich nahtlos in eine komplexe RFID-Installation, die aus mehreren Gates, mobilen Readern und weiteren stationären Readern bestehen kann, integrieren. Meiner Ansicht nach ist dies das große Ziel der Endanwender aus Handel und Logistik. Die Software-Integration soll im Idealfall wie eine Plug-and-play-Lösung möglich sein.

Wann wird die RFID-Technologie eine entscheidende Rolle im Alltag spielen?

Das klingt fast so, als würde RFID heutzutage keine Rolle im Alltag spielen. Mein Autoschlüssel besitzt eine RFID-gestützte Wegfahrsperre. Zutrittsausweise sind mit RFID-Technologie ausgestattet. Der öffentliche Nahverkehr setzt RFID-gestützte Tickets ein. RFID ist längst im Alltag angekommen. Was das Item-Tagging im Einzelhandel angeht, sieht es anders aus. Für hochwertige Konsumgüter kann dieser Einsatz sinnvoll sein. Bei einfachen Produkten sehe ich den Einsatz in den kommenden Jahren nicht, da die Tag-Kosten zu hoch sind.

2007 erzielte die Höft & Wessel-Gruppe das beste Ergebnis seit Gründung vor 30 Jahren. Es wurde ein Umsatz von rund 100 Millionen Euro erwirtschaftet. 40 Prozent entfallen auf den Geschäftsbereich der mobilen Datenerfassung.


Dr. Andreas MüllerDr. Andreas Müller ist technischer Leiter des Geschäfstbereichs Skeye.
am(at)hoeft-wessel.de
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Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an:

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Tel. (+49) 511-6102 512
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Craemer Logistic Services GmbHCraemer Logistic Services GmbH
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