Zusammen mit der Felix Schoeller Supply Chain Technologies GmbH aus Osnabrück entwickelt das Fraunhofer IML im Rahmen eines Forschungsprojektes der Stiftung Industrieforschung das Cargo Monitoring System (Camosy), das informatorische Lücke im Transport schließt. Dazu übermittelt der Versender die Daten der RFID-Scannung im Warenausgang, das jeweilige Transportunternehmen die GPS-Daten der Fahrzeugortung und der Empfänger die Daten der Wareneingangs-Scannung. Alle diese Informationen werden automatisch miteinander verknüpft und sendungsbezogen auf einer Karte visualisiert.
Um Einsparpotenziale beim Supply Chain Management zwischen den Partnern des Wertschöpfungsnetzes zu realisieren, ist es zwingend erforderlich, die Waren entlang der Supply Chain durchgängig und lückenlos zu verfolgen. Das so genannte Tracking & Tracing ermöglicht es den Unternehmen, frühzeitig auf Probleme oder Abweichungen in der Lieferkette zu reagieren.
Vielen Versendern ist dies aber momentan nicht möglich, da sie den Transport an verschiedene Logistikdienstleister abgeben. Gerade mittelständische Betriebe erhalten somit keine einheitliche Sicht auf den Transport. Hinzu kommt, dass auch das Speditionsgewerbe mittelständisch geprägt ist und somit nicht die Möglichkeit hat, für alle Kunden die geeigneten Informationen über den Transportstatus bereitzustellen.
Mit der neuen Technik, die sich als Ergänzung zum bestehenden Logistiksystem versteht, lässt sich bereits jetzt die komplette Ladung beim Transport lückenlos verfolgen. Das ist das Ergebnis einer ersten Versuchsanwendung auf zwei Fahrzeugen im innerdeutschen Transport der Felix Schoeller GmbH, einem der Marktführer bei der Herstellung von Spezialpapieren, die das Unternehmen an mehreren weltweit verteilten Standorten produziert. Das Equipment für den Transport der schweren Rollen umfasst 45 verschiedene Typen von Ladungsträgern. Insgesamt stehen rund 73.000 Spezialpaletten zur Verfügung, alle mit integriertem RFID-Chip ausgestattet. Später sollen sich nicht nur komplette Lkw-Ladungen sondern die einzelnen Ladungsträger mit Camosy verfolgen lassen.
Nach erfolgreicher Realisierung der Pilotanwendungen werden die Projektergebnisse in ein System für den Produktivbetrieb überführt. Parallel dazu wird das System funktionell weiterentwickelt, um den wachsenden Unternehmensanforderungen auch künftig gerecht zu werden.
Durch seine offene Architektur ist Camosy auch für andere Unternehmen, die noch kein durchgängiges Monitoring ihrer Lieferkette haben, bei denen die technologischen Voraussetzungen jedoch gegeben sind, einsetzbar. Dabei kommt es nicht auf die Identifikationstechnik des Versenders, den Hersteller der Telematikbox im Transportfahrzeug oder das Softwaresystem des Kunden an. Wichtig sind jedoch die Bereitschaft und die Möglichkeit aller Beteiligten, aktuelle Informationen über den Transport in das System beizusteuern. Nur so wird eine durchgängige Überwachung des Transports möglich, und nur so können alle Beteiligten von den Informationen maximal profitieren. Und das alles, ohne in teure Hardware investieren zu müssen.
Felix Schoeller Supply Chain Technologies: Neue Transparenz in Transportprozessen
