Strategischer Kooperationsvertrag zum RFID-Einsatz auf Hartpapierhülsen
Felix Schoeller Supply Chain Technologies hat Anfang 2009 einen strategischen Kooperationsvertrag mit dem Hülsenhersteller Paul & Co zum Einsatz der RFID-Technologie in Hartpapierhülsen abgeschlossen. Wie Frank Meyer-Niehoff, Geschäftsführer, Felix Schoeller Supply Chain Technologies, im Interview mit „RFID im Blick“ äußert, sei die Technologie auf dem besten Weg Branchenstandard im Bereich der Holzwerkstoffindustrie zu werden.
„Die Kooperation war ein gewünschter und sinnvoller Schritt beider Geschäftsführungen, um das Thema 'RFID in der Hülse' weiter voranzutreiben. Wir unterstützen Paul & Co als Lieferant der Hülsen mit unserem RFID-Know-how, um technologischer Marktführer in dem Bereich zu werden“, so Meyer-Niehoff. Ein Abnehmer dieser Hartpapierhülsen ist beispielsweise der Dekorpapierhersteller Technocell Dekor, Schwestergesellschaft von Felix Schoeller Supply Chain Technologies, die Hülsen als Wickelkern für ihre Spezialpapiere einsetzt. Darüber hinaus würden diese aber nicht nur von Dekorpapierherstellern verwendet, sondern auch von Dekorpapierdruckern wie Interprint (Deutschland) oder Chiyoda (Belgien), welche Holzwerkstoffhersteller beliefern.
Drei strategische Zielmärkte
Von rund 50 bis 60 namhaften Unternehmen des Dekorpapiermarktes nutze seit zwei Jahren bereits rund ein Viertel die RFID-Hülse: „Der Markt ist nicht unendlich, aber wir sind auf einem sehr guten Wege zu einem Branchenstandard, so dieser nicht schon erreicht wurde. Ich gehe davon aus, dass sich das Thema, wenn die Industrie die wirtschaftliche Talsohle durchschritten hat, rasant entwickeln wird“, so der Geschäftsführer. Zukünftig wollen sich die Partner nicht nur auf den Dekorpapiermarkt konzentrieren, sondern auch andere Industrien, die sogenannte bahnförmige Wickelgüter wie Folien einsetzen, adressieren.
„Neben dem eigenen Geschäft in dem sogenannten Imaging-Markt, zu dem Injekt- oder Fotopapiere zählen, ist der Holzwerkstoffmarkt ein wichtiger dritter strategischer Markt für uns“, betont Meyer-Niehoff. Die Partner hätten bereits über 300 000 „intelligente“ RFID-Hülsen in die Supply-Chain der europäischen Holzwerkstoffindustrie geliefert. Anwender der Technologie ist beispielsweise das Unternehmen Egger. Der Hersteller von Spanplatten und weiterveredelten Produkten wie Laminatfußböden mit 16 Standorten in Europa setzt RFID-getaggte Hülsen aktuell bereits in drei Werken im Wareneingang und in der Weiterverarbeitung der Rolle sowie zur automatisierten Verbuchung aller Verbräuche ein.
Nutzung über die komplette Kette
Derzeitiges Ziel sei es, noch weitere Vorlieferanten einzubinden, sodass diese bereits getaggte Ware an das Unternehmen Egger liefern. „Unser Bestreben ist es, die Einweghülse einer mehrfachen Nutzung innerhalb der Kette zuzuführen, sodass alle Beteiligten der Supply-Chain nur eine Art der Technologie verwenden und keine doppelten Investitionen tätigen müssen.“ Von der breiten Wirkung ist Meyer-Niehoff überzeugt: „Wir führen derzeit auch Gespräche mit anderen Holzwerkstoffkunden. Klare Zielsetzung ist es, uns in Europa zu positionieren. Europa ist neben Nordamerika und Asien der wichtigste regionale Markt, in dem die Marktführer sowohl der Dekorpapier- als auch der Plattenproduktion vertreten sind.“
„Wir haben die Weichen für den Branchenstandard gestellt“

