You are here: Interviews "Die Hälfte des Weges ist gegangen"

"Die Hälfte des Weges ist gegangen"

Drucken

Jörg Pretzel, Geschäftsführer von GS1 Germany im Interview mit "RFID in Blick"

Jörg Pretzel, Geschäftsführer GS1 Germany, spricht über Leitthemen der Branche: Praxisbasierte Gremienarbeit, Lösungszenarien für die durchgängige Value-Chain und „alte“ sowie brandaktuelle EU-Richtlinien gehören dazu. Persönlich, offen und auch kritisch spricht er diese Themen an.

Das Knowledge CenterDas Knowledge CenterAm 7. Mai 2009 wurde das GS1 Germany Knowledge Center in Köln eröffnet. Welche Ziele verfolgt GS1 Germany mit dieser Einrichtung?

Jörg Pretzel: Das Knowledge Center steht als räumliche Arbeitsplattform unterschiedlichen Geschäftspartnern aus Industrie und Handel zur Verfügung und soll die Kooperation und den Dialog untereinander fördern. Das heißt konkret: Industrie und Handel arbeiten bilateral zusammen. Fragen lassen sich direkt vor Ort im Knowledge Center klären. Dies führt zu einer schnelleren und effektiveren Problemlösung.

Ihrer Aussage entnehme ich, dass die zahlenmäßige Auslastung des Knowledge Centers nicht entscheidend ist, sondern vielmehr die qualitative Auslastung und Entscheidungen, die in diesem Rahmen auf den Weg gebracht werden?

Jörg Pretzel: Richtig. Die Arbeit dort wird die Gremienarbeit unterstützen. Es existieren bereits unterschiedliche Gremien, in denen spezifische Themen diskutiert werden. Ziel ist es, diese Prozesse direkt in der Praxis der Value-Chain betrachten zu können, um qualitativ bessere Ergebnisse zu erzielen. Ein weiteres Hilfsmittel stellen die Workshops, Konferenzen und Seminare dar, die im Knowledge Center stattfinden. Lösungen werden direkt vor Ort präsentiert. Unsere Kunden können das Center auch für eigene Veranstaltungen nutzen.

Bisher haben wir lediglich über die Fachleute gesprochen, die den Nutzen des Knowledge Centers in Anspruch nehmen können. Die abgebildeten Prozesse sind sehr anschaulich dargestellt. Denken Sie, dass die Einrichtung auch Aufklärungsarbeit in der Bevölkerung für die RFID-Technologie leisten kann?

Jörg Pretzel: Auf jeden Fall. Im Rahmen der „Nacht der Technologie“ in Köln werden wir einen „Tag der offenen Tür“ veranstalten, an dem sich jeder Interessierte über die Lösungen informieren kann. Zudem laden wir verstärkt Universitäten im Hinblick auf eine weitere Zusammenarbeit ein, um wissenschaftliche Projekte zu initiieren.

Jörg Pretzel, Geschäftsführer GS1 Germany, bei der Eröffnung des Knowledge Center in Köln
Jörg Pretzel, Geschäftsführer GS1 Germany, bei der Eröffnung des Knowledge Center in Köln

Treffen Entscheidungsträger zusammen, treten sicherlich auch Technologiefragen auf, die nicht immer gelöst sind. Für diesen Fall bietet das Center keine Testszenarien an. Wie lautet Ihre Empfehlung?

Jörg Pretzel: Das Knowledge Center ist so flexibel aufgebaut, dass bestimmte Erneuerungen simuliert werden können. Zudem haben unsere IT- und Logistikdienstleister uns beim Aufbau der Value-Chain stark unterstützt. In Verbindung mit dem European EPC Competence Center (EECC) lässt sich das Knowledge Center durchaus auch als Testcenter bezeichnen, da im Testlabor neue Entwicklungen geprüft werden, um diese anschließend in die Value-Chain zu übertragen. GS1 Germany legt sehr viel Wert darauf, dass das Zentrum „State of the art“ ist und nicht mit veralteten Anwendungen arbeitet. Daher sind wir ständig mit den IT-Lösungsanbietern im Austausch, um die neuesten Entwicklungen für die gesamte Wertschöpfungskette zu berücksichtigen.

Der Fokus liegt auf der Unterstützung der Branchen Handel und Industrie. Der Handel agiert derzeit eher verhalten, was die RFID-Implementierung betrifft. Wie lautet Ihre Einschätzung, sollten sich die Bemühungen auf die Industriezweige konzentrieren?

Jörg Pretzel: Derzeit loten wir aus, in welchen Branchen die RFID-Technologie in den nächsten Jahren verstärkt zum Einsatz kommen wird. Aber begleitet wird der Handel mit gleicher Intensität wie andere Bereiche, vor allem die Quellen- und Diebstahlsicherung, aber auch das Promotion-Tracking, sind wichtig. In diesem Bereich wollen wir die technologischen Entwicklungen vorantreiben. Zudem stehen die Themen Textil sowie Healthcare und Pharma im Fokus, aber auch im Bereich Automotive und Aviation ist GS1 Germany weiterhin aktiv. Auf Grund der internationalen Entwicklung arbeiten wir zukünftig in Bezug auf das Thema Chemie sehr eng mit den Kollegen aus den USA zusammen.

Wie beurteilen Sie heute die Möglichkeiten, die sich durch den RFID-Einsatz für Anwender ergeben?

Jörg Pretzel: Die Hälfte des Weges haben wir hinter uns gebracht. Aber alle Potenziale der Technologie sind noch nicht ausgeschöpft. Ein höherer Bekanntheitsgrad wäre begrüßenswert. Unternehmen sollten sich viel stärker öffnen und ihre Business-Cases oder Anwendungsmöglichkeiten kommunizieren. Zudem befinden sich viele Projekte noch in einer Pilotphase und nicht im Rollout. Dies wäre aber wichtig, um eine kritische Masse zu erreichen.

Ziel ist es, Prozesse direkt in der Praxis der Value-Chain betrachten zu können, um qualitativ bessere Ergebnisse zu erzielen", sagt Jörg Pretzel. Warum somit eine schnellere und effektivere Problemlösung möglich ist, und ob sich eine durchgängige Value-Chain realisieren lässt, erklärt der Geschäftsführer von GS1 Germany in dem Interview der Juniausgabe von "RFID im Blick".

RFID-Hybridkarten von CTG schützen vor Hacker-Angriffen

Dienstag, den 27. Juli 2010 um 16:23 Uhr

„Wir steuern auf den absoluten Bereich der Informationstechnologie zu“

Interview mit Detlef Kammerer, Geschäftsführer, CTG Card Technology Group

Integrations-Software ermöglicht Anpassung von RFID-Systemen

Dienstag, den 20. Juli 2010 um 14:59 Uhr
Integrations-Software ermöglicht Anpassung von RFID-Systemen

Geräteanbindung an übergelagerte ERP-Systeme

Prozessschritte in Unternehmen werden heutzutage durch eine Vielzahl von Geräten unterstützt. Diese nehmen Daten von Mitarbeitern oder angeschlossenen Systemen auf und senden diese an das übergelagerte ERP-System. Über die einzelnen Bausteine einer Integrationssoftware, die Schutzmechanismen und aktuelle Praxisanwendungen sprach „RFID im Blick“ mit Sven Jänchen, Kaufmännischer Leiter bei Ubigrate.

Open Source für erleichterte Anbindung von RFID-Hardware

Montag, den 19. Juli 2010 um 13:38 Uhr
Open Source für erleichterte Anbindung von RFID-Hardware

Quelloffene Software

„RFID im Blick“ sprach mit Andreas Trautmann, Geschäftsführer von Linogistix, über die Vorzüge von Open Source-Software und die Anbindung von RFID-Systemen.

Vorteile in der Fashion-Branche

Dienstag, den 13. Juli 2010 um 12:35 Uhr
Vorteile in der Fashion-Branche

Interview mit Jürgen Heim, Managing Director, Psion Teklogix, zur Integration der RFID-Technologie in die Fashion-Branche

„EAS ist der Durchbruch für RFID“

Dienstag, den 13. Juli 2010 um 11:40 Uhr
„EAS ist der Durchbruch für RFID“

Heiko Tiedmann sprach mit „RFID im Blick“ über Source-Tagging und die wirtschaftlichen Potenziale von RFID zur Warensicherung und Bestandsoptimierung im Textilbereich.

Gerry Weber rollt erstmalig in das Pflegeetikett integrierte RFID-Tags im großen Maßstab aus. Avery Dennison liefert 25 Millionen Etiketten pro Jahr, die zur Warensicherung und Bestandsführung sowie zur Verfolgung in der logistischen Kette bis zu den Einzelhändlern und den eigenen Shops dienen. „Mit dem neuen Einnäh-Tag können wir die aktuellen Anforderungen des Marktes bedienen“, so Heiko Tiedmann, Business Development Manager RFID, Avery Dennison Central Europe.

RFID-Handhelds von Nordic ID schaffen Transparenz auf der Verkaufsfläche

Montag, den 12. Juli 2010 um 14:33 Uhr
RFID-Handhelds von Nordic ID schaffen Transparenz auf der Verkaufsfläche

„Ohne mobile RFID-Einheiten geht es nicht!“

Die transparente und stetige Kommunikation mit den Produktentwicklern sichert die Qualität der Handhelds, meint Lothar Struckmeier. „RFID im Blick“ sprach mit dem deutschen Geschäftsführer von Nordic ID über die Fashion-Branche und den dortigen Einsatz von mobiler Hardware.

Der Erfolgsfaktor Nummer eins heißt Transparenz

Montag, den 12. Juli 2010 um 11:02 Uhr
Der Erfolgsfaktor Nummer eins heißt Transparenz

Interview mit Jörg Pretzel, Geschäftsführer, GS1 Germany

Die Textilbranche ist sehr schnelllebig, und die kurzen Kollektionsrhythmen stellen den Fashionsektor vor besondere Herausforderungen. „Unternehmen verlangen nach möglichst großer Flexibilität, Einfachheit und Investitionssicherheit“, betont Jörg Pretzel, Geschäftsführer, GS1 Germany. Im Interview mit „RFID im Blick“ spricht er darüber, wie die Branche diese Aufgaben mit dem systematischen Einsatz von Standards meistern kann, welche Schritte bereits erreicht wurden und welche Perspektiven die RFID-Einführung gerade für den Mittelstand bietet.

Mikrocontroller-Chips schützen vor Kompromittierung von Hochsicherheitsbereichen

Montag, den 12. Juli 2010 um 10:10 Uhr
Mikrocontroller-Chips schützen vor Kompromittierung von Hochsicherheitsbereichen

Hacken auch für Laien möglich?

Ein Kommentar von Dierk Früchtenicht, Entwicklungsleiter bei PAV

Sicherlich braucht die entsprechende Person IT-Know-how, um ein Sicherheitszutrittssystem zu knacken. Aber sobald jemand die Anleitung dazu öffentlich gemacht hat, ist es auch für Laien möglich, diesen Weg nachzuvollziehen. Eine Schlüssellänge von 256 Bit für eine bestimmte Verschlüsselung ist heute noch sicher, aber das gilt möglicherweise nicht mehr in zehn Jahren.

PAV Card

Permanente Sicherheit in Zutrittssystemen durch RFID-Blocker

Freitag, den 09. Juli 2010 um 15:45 Uhr
Permanente Sicherheit in Zutrittssystemen durch RFID-Blocker

Sicherheit eine Momentaufnahme?

Ein Kommentar von Peter Seeck, Prokurist der FIS Organisation

Beim Thema Sicherheit zählt immer der aktuelle Status. Zutrittssysteme, die vor etwa 20 Jahren installiert wurden, waren damals durchaus noch sicher genug, da die Entwicklung der Kryptografie und Dekryptgrafie noch nicht so weit fortgeschritten war, wie es heute der Fall ist.

Automatisierung in Bibliotheken mittels RFID von FEIG

Dienstag, den 29. Juni 2010 um 12:20 Uhr
Automatisierung  in Bibliotheken mittels RFID von FEIG

Automatisierung von der Ausleihe bis zur Rückgabe

Wie automatische Inventuren, Diebstahlsicherungen und Vorsortierungen den Prozess in Bibliotheken optimieren können, erläutert Andreas Löw, Marketing-Leiter bei Feig Electronic, gegenüber „RFID im Blick“.

More: