You are here: Interviews „Wir stehen auf einer soliden Basis“

„Wir stehen auf einer soliden Basis“

Drucken
Jerome Stocker, Director of Global Product Marketing bei Balluff
Jerome Stocker, Director of Global Product Marketing bei Balluff

Jerome Stocker, Director of Global Product Marketing bei Balluff, im Interview

Als Anbieter von Sensoren sowie kompletten Networking- und Connectivitylösungen für die Fabrikautomation verzeichnet Balluff mit weltweit über 2000 Mitarbeitern seit Jahren Wachstumsraten im zweistelligen Bereich. Trotz aktueller Krisensituation sieht sich das Stuttgarter Familienunternehmen in dritter Generation für die Zukunft gewappnet, wie Jerome Stocker, Director of Global Product Marketing bei Balluff, im Interview mit „RFID im Blick“ bestätigt.

Balluff ist weltweit führend in der Entwicklung von Sensorlösungen und Produkten für die industrielle Automatisierung. Die globale Konjunkturkrise hat insbesondere den Automatisierungssektor beispielsweise innerhalb der Automobilindustrie getroffen. Welche Branchensegmente sind auffällig stark betroffen, welche Bereiche weniger?

Da es sich um eine weltweite Krise handelt, sind wir, mit starkem Fokus auf die Automobil- und Werkzeugmaschinenindustrie, genauso wie andere Unternehmen davon betroffen. Als familiengeführtes Unternehmen stehen wir jedoch auf einer soliden Basis. Durch konzentriertes Branchenmanagement, beispielsweise durch den Fokus auf neue Branchen wie regenerative Energien, sind wir so breit aufgestellt, dass wir die Auswirkungen der Krise teilweise abfedern können. Die Palette unserer Lösungen auf den Gebieten Objekterkennung, Weg- und Abstandsmessung über RFID und Industrial Identification bis hin zu Networking und Connectivity stärkt unsere Position in dieser Situation. Regional gesehen zieht der Markt in China und Indien derzeit bereits leicht wieder an.

Wie hat sich Balluff für diese Krise gerüstet?

Projekte, die nicht Hauptumsatzträger sind, wurden gestoppt. Projektgeschäfte mit Kunden oder Geschäfte mit unseren Kernprodukten bauen wir hingegen aus. Deshalb haben wir auch unsere neuen Netzwerktechniklösungen mit der Kommunikationsplattform IO-Link sogar in eine eigene Produktsparte ausgegründet. Zudem haben wir bereits vor zwei Jahren begonnen, den Projektentwicklungsprozess zu reorganisieren, um die Strukturen so effektiv wie möglich zu gestalten. Davon können wir jetzt in Krisenzeiten profitieren.

Stichwort „RFID“: Wird die Weiterentwicklung dieser Technologie eher nachteilig durch die derzeitige Entwicklung beeinflusst, oder birgt innovative Technologie die größten Chancen, um nachhaltig wettbewerbsfähig zu bleiben?

Der Auftragsbereich RFID verzeichnet eine Abschwächung von rund 30 Prozent. Aber deswegen werden keine Entwicklungsaktivitäten gestoppt. Im Gegenteil: Speziell mittelständische Unternehmen sind gerade jetzt offen für Innovationen und nutzen die Chance, mittels innovativer Technologien ihre Maschinen zu optimieren, um noch konkurrenzfähiger zu werden. Daran wollen wir natürlich partizipieren. So haben wir eine Reihe von Lösungen, wie beispielsweise ein neues UHF-System, entwickelt, die genau den Mehrwert bieten, den unsere Kunden benötigen, um ihre Produkte mit einem Zusatznutzen versehen zu können, der ihnen erhebliche Wettbewerbsvorteile verschafft.

Welche weiteren Strategien verfolgt Balluff über die Produktentwicklung hinaus, um RFID-Technologie zu forcieren?

RFID kann man nicht als einzelnes Produkt sehen, sondern ist immer integriert in die Systemlandschaft zu betrachten. Die Integration verstehen wir daher als wichtige Brücke zwischen RFID-Komponenten und Systemsteuerung beim Kunden. Speziell für mittelständische Unternehmen wollen wir diese Kompetenz mit unserem eigenen Projektierungsteam für die DACH-Region (Deutschland, Österreich Schweiz) vorantreiben.

Welche Prozesse werden ohne RFID nicht mehr denkbar sein?

Der Automatisierungssektor wird ohne RFID nicht mehr auskommen. Produktionsprozesse wie der Verbau von Zuliefererteilen, aber auch die Rückverfolgung der Produkthistorie über mehrere Produktionsstätten wird ohne RFID nur schwer realisierbar beziehungsweise fehleranfällig sein. Im Werkzeugmaschinenbereich ist RFID zu weiten Teilen etabliert. Hingegen ist das Potenzial beispielsweise im Bereich Plagiatschutz noch gar nicht voll ausgeschöpft. Aber auch der Anteil in der Teilefertigung in der Luftfahrtindustrie lässt sich meiner Ansicht nach noch steigern.

Mittelständische Unternehmen werden hierzulande als Rückgrat der Wirtschaft betrachtet. Warum ist das Ihrer Meinung nach der Fall?

In eigentümergeführten Firmen ist der Begriff Share Holder Value nicht so stark ausgeprägt. Im Vordergrund stehen vielmehr Tradition, Verbundenheit mit der Region und den Mitarbeitern sowie der Gedanke, eigene Ideen voranzutreiben. Das zeichnet den Mittelstand aus. Und im Falle von Balluff ist es der „schwäbische Tüftlergedanke“, wie ich es einmal nennen möchte.

Erleichtert die gesunde Struktur auch den Ausweg aus der Krise?

Ja mit Sicherheit. Als Mittelständler können wir schnell und flexibel auf veränderte Gegebenheiten reagieren. Dies gilt auch für die Umsetzung neuer Ideen in innovative Produkte.

Herr Stocker, vielen Dank für das Gespräch.

RFID-Hybridkarten von CTG schützen vor Hacker-Angriffen

Dienstag, den 27. Juli 2010 um 16:23 Uhr

„Wir steuern auf den absoluten Bereich der Informationstechnologie zu“

Interview mit Detlef Kammerer, Geschäftsführer, CTG Card Technology Group

Integrations-Software ermöglicht Anpassung von RFID-Systemen

Dienstag, den 20. Juli 2010 um 14:59 Uhr
Integrations-Software ermöglicht Anpassung von RFID-Systemen

Geräteanbindung an übergelagerte ERP-Systeme

Prozessschritte in Unternehmen werden heutzutage durch eine Vielzahl von Geräten unterstützt. Diese nehmen Daten von Mitarbeitern oder angeschlossenen Systemen auf und senden diese an das übergelagerte ERP-System. Über die einzelnen Bausteine einer Integrationssoftware, die Schutzmechanismen und aktuelle Praxisanwendungen sprach „RFID im Blick“ mit Sven Jänchen, Kaufmännischer Leiter bei Ubigrate.

Open Source für erleichterte Anbindung von RFID-Hardware

Montag, den 19. Juli 2010 um 13:38 Uhr
Open Source für erleichterte Anbindung von RFID-Hardware

Quelloffene Software

„RFID im Blick“ sprach mit Andreas Trautmann, Geschäftsführer von Linogistix, über die Vorzüge von Open Source-Software und die Anbindung von RFID-Systemen.

Vorteile in der Fashion-Branche

Dienstag, den 13. Juli 2010 um 12:35 Uhr
Vorteile in der Fashion-Branche

Interview mit Jürgen Heim, Managing Director, Psion Teklogix, zur Integration der RFID-Technologie in die Fashion-Branche

„EAS ist der Durchbruch für RFID“

Dienstag, den 13. Juli 2010 um 11:40 Uhr
„EAS ist der Durchbruch für RFID“

Heiko Tiedmann sprach mit „RFID im Blick“ über Source-Tagging und die wirtschaftlichen Potenziale von RFID zur Warensicherung und Bestandsoptimierung im Textilbereich.

Gerry Weber rollt erstmalig in das Pflegeetikett integrierte RFID-Tags im großen Maßstab aus. Avery Dennison liefert 25 Millionen Etiketten pro Jahr, die zur Warensicherung und Bestandsführung sowie zur Verfolgung in der logistischen Kette bis zu den Einzelhändlern und den eigenen Shops dienen. „Mit dem neuen Einnäh-Tag können wir die aktuellen Anforderungen des Marktes bedienen“, so Heiko Tiedmann, Business Development Manager RFID, Avery Dennison Central Europe.

RFID-Handhelds von Nordic ID schaffen Transparenz auf der Verkaufsfläche

Montag, den 12. Juli 2010 um 14:33 Uhr
RFID-Handhelds von Nordic ID schaffen Transparenz auf der Verkaufsfläche

„Ohne mobile RFID-Einheiten geht es nicht!“

Die transparente und stetige Kommunikation mit den Produktentwicklern sichert die Qualität der Handhelds, meint Lothar Struckmeier. „RFID im Blick“ sprach mit dem deutschen Geschäftsführer von Nordic ID über die Fashion-Branche und den dortigen Einsatz von mobiler Hardware.

Der Erfolgsfaktor Nummer eins heißt Transparenz

Montag, den 12. Juli 2010 um 11:02 Uhr
Der Erfolgsfaktor Nummer eins heißt Transparenz

Interview mit Jörg Pretzel, Geschäftsführer, GS1 Germany

Die Textilbranche ist sehr schnelllebig, und die kurzen Kollektionsrhythmen stellen den Fashionsektor vor besondere Herausforderungen. „Unternehmen verlangen nach möglichst großer Flexibilität, Einfachheit und Investitionssicherheit“, betont Jörg Pretzel, Geschäftsführer, GS1 Germany. Im Interview mit „RFID im Blick“ spricht er darüber, wie die Branche diese Aufgaben mit dem systematischen Einsatz von Standards meistern kann, welche Schritte bereits erreicht wurden und welche Perspektiven die RFID-Einführung gerade für den Mittelstand bietet.

Mikrocontroller-Chips schützen vor Kompromittierung von Hochsicherheitsbereichen

Montag, den 12. Juli 2010 um 10:10 Uhr
Mikrocontroller-Chips schützen vor Kompromittierung von Hochsicherheitsbereichen

Hacken auch für Laien möglich?

Ein Kommentar von Dierk Früchtenicht, Entwicklungsleiter bei PAV

Sicherlich braucht die entsprechende Person IT-Know-how, um ein Sicherheitszutrittssystem zu knacken. Aber sobald jemand die Anleitung dazu öffentlich gemacht hat, ist es auch für Laien möglich, diesen Weg nachzuvollziehen. Eine Schlüssellänge von 256 Bit für eine bestimmte Verschlüsselung ist heute noch sicher, aber das gilt möglicherweise nicht mehr in zehn Jahren.

PAV Card

Permanente Sicherheit in Zutrittssystemen durch RFID-Blocker

Freitag, den 09. Juli 2010 um 15:45 Uhr
Permanente Sicherheit in Zutrittssystemen durch RFID-Blocker

Sicherheit eine Momentaufnahme?

Ein Kommentar von Peter Seeck, Prokurist der FIS Organisation

Beim Thema Sicherheit zählt immer der aktuelle Status. Zutrittssysteme, die vor etwa 20 Jahren installiert wurden, waren damals durchaus noch sicher genug, da die Entwicklung der Kryptografie und Dekryptgrafie noch nicht so weit fortgeschritten war, wie es heute der Fall ist.

Automatisierung in Bibliotheken mittels RFID von FEIG

Dienstag, den 29. Juni 2010 um 12:20 Uhr
Automatisierung  in Bibliotheken mittels RFID von FEIG

Automatisierung von der Ausleihe bis zur Rückgabe

Wie automatische Inventuren, Diebstahlsicherungen und Vorsortierungen den Prozess in Bibliotheken optimieren können, erläutert Andreas Löw, Marketing-Leiter bei Feig Electronic, gegenüber „RFID im Blick“.

More: