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Arzneimittelsicherheit in der Onkologie

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RFID-Tunnel-Reader ermöglichen bei Herstellern oder Großhandlungen die Pulklesung.
RFID-Tunnel-Reader ermöglichen bei Herstellern oder Großhandlungen die Pulklesung.

RFID-Qualitätssicherungssystem für Apotheken und Hersteller

Das Fälschen von Arzneimitteln ist ein hochprofitables Geschäft geworden und macht auch vor Krebspräparaten nicht halt. Zunehmend ist auch der Zweig der Medizin, der sich mit der Prävention, Diagnostik, Therapie und Nachsorge von malignen Erkrankungen beschäftigt, von kriminellen Machenschaften auf internationaler Ebene betroffen. Hinzu kommt, dass die Komplexität der onkologischen Kette zunimmt. Dies wird zum Beispiel durch spezifische pharmakologische Aspekte, vielschichtige Medikation, interdisziplinäre Behandlungskonzepte sowie patientenindividuelle Zubereitung hervorgerufen.

Von Alfred Wedlich, Geschäftsführer von ChipCard Solutions GmbH

Veröffentlicht: Juliausgabe 2009 "RFID im Blick"

Im Unterschied zum klassischen pharmazeutischen Vertriebsweg über Hersteller, Großhandel, (Krankenhaus-) Apotheke bis hin zur Abgabe an den Patienten/der Station sind im Onkologie-Bereich die Wege des  Fertigarzneimittels und der applikationsfertigen Zubereitung meist auf spezialisierte Einheiten begrenzt, dafür aber
vielfältiger - vom Pharmahersteller über die Dienstleister und Zwischenhändler bis zu den Apotheken, Arztpraxen und Krankenhäusern. Durch neue gesetzliche Rahmenbedingungen sind weitere „Kooperationsmodelle“ möglich geworden und politisch erwünscht. Dies trägt dazu bei, dass die Zahl der Marktbeteiligten und Warenströme steigt. Eine durchgängige Transparenz ist dabei kaum gegeben und Verantwortlichkeiten sind schwerer auszumachen.

Pharmaceutical Track & Trace

Seit April 2006 befindet sich ein online-gestütztes Echtzeit-Qualitätssicherungssystem, an dem zirka 80 Zytostatika zubereitende Apotheken sowie Hersteller angeschlossen sind, im Regelbetrieb. Es liefert Daten über den Vertriebsweg der Zytostatika sowie entsprechende Erfahrung zur Qualitätssicherung von Arzneimittel- Fälschungssicherheit. Die Zielsetzung dieses Projekts besteht darin, einen bestmöglichen Fälschungsschutz und Qualitätssicherung des Onkologiesegments zu gewährleisten. Diese soll erreicht werden durch eine lückenlose Identifikation von der Produktion bis zur Applikation, eine Ortsverfolgung der Arzneimittel sowie eine Zustandsüberwachung einzelner Packungen aller gängigen Onkologika auf einer neutralen, autonomen Plattform. In Zusammenarbeit mit den Projektpartnern noFilis AutoID und ChipCard Solutions konnte XQS Service mittels RFID-Technologie Sicherheitslücken schließen und die Logistikkette beschleunigen.

Die Systemstruktur beinhaltet eine IT-Infrastruktur (AutoID-Backbone Server, Software), ein Netzwerk (VPN Web Applikation), Informationsträger (RFID-Transponder mit einem Infineon PJM-Chip und einer Speicherkapazität von 1 kBit) und Schreib-Lesegeräte (Reader) auf PJM-Basis. Vorgaben für die Entwicklung waren die automatisierte, kontaktlose Identifizierung des Arzneimittels via RFID, die Filterung, Organisation und Verwaltung der Daten in Echtzeit, die permanente Anbindung der Infrastruktur aller Teilnehmer an die Datenbank sowie die weltweite Verfügbarkeit des Systems über Internet, und die Sicherstellung der Datenintegrität.

Im technischen Ablauf wird das Arzneimittel auf seinem Weg im Lebenszyklus des Track&Trace System durch folgende Schritte systematisch begleitet:

  1. Markierung: Jeder einzelne RFID-Chip wird bereits bei der Produktion mit einer einzigartigen, randomisierten Seriennummer versehen. Diese Nummer ist sozusagen „eingebrannt“. Durch Aufbringen des Tags trägt das Arzneimittel diese Nummer bis zur Einnahme.
  2. Hinterlegen und Koppeln: Die zu jeder einzelnen Arzneimittelpackung gehörenden Informationen (Authentifizierungsmerkmale) werden auf dem Zentralserver hinterlegt und nunmehr mit der Seriennummer gekoppelt.
  3. Beschreiben: Nach Authentifizierung des Schreibgeräts wird der RFID-Tag zusätzlich mit einigen essenziellen Minimalinformationen (Artikel, Verfalldatum, PZN, u.a.) des Arzneimittels beschrieben.
  4. Einlesen: Nach Authentifizierung des Lesegeräts wird die Seriennummer ausgelesen und der Lesevorgang mit den Zeit- und Ortsdaten an den Zentralserver übermittelt.
  5. Identifizierung: Die ausgelesene Seriennummer wird mit den im AutoID Backbone des Rechenzentrums hinterlegten Arzneimittelinformationen verarbeitet, gekoppelt und abgeglichen.
  6. Rückmeldung: Das Lesegerät erhält eine Rückmeldung (Freigabe oder Warnmeldung)
  7. Kill Kommando: Nach Verlassen des Nachverfolgungssystems werden die auf dem RFID-Tag gespeicherten Daten mit einem sogenannten elektromagnetischen „Kill-Kommando“ endgültig und dauerhaft gelöscht.
Architekturmodell des online-gestützten Echtzeit-Qualitätssicherungssystemes
Architekturmodell des online-gestützten Echtzeit-Qualitätssicherungssystemes

Arzneimittel mit RFID-Tag

Zur Erfassung der PJM-Transponder wurden spezifische Lesestationen entwickelt. Die Bandbreite reicht von mobilen Hand-Lesegeräten über Tisch-Lesegeräte bis hin zu Tunnel-Readern, die bei Herstellern oder Großhandlungen zum Pulk-Auslesen benötigt werden. Die eingesetzten PJM-Systeme ermöglichen eine stabile und schnelle Pulk-Auslesung von bis zu 600 Packungen in der Sekunde - selbst bei chaotisch angeordneten Arzneimittelpackungen, wie beispielsweise in einer Stationskiste.

Fälschungssicherheit gewährleisten

Die Fälschungssicherheit des Systems basiert auf der physikalischen und prozessorientierten Umsetzung der Lösung. Durch die Verwendung der 13,56 MHz PJM-Technologie ist eine Originalität gewährleistet, indem PJM-Transponder ( ISO 18000/3 Mode2) verwendet werden. Fälscher werden in Zukunft gezwungen sein, einen gefälschten Chip zu reproduzieren. Dies ist mit einem erheblichen Aufwand (eigene Chipproduktion) verbunden. Als zusätzliches Sicherheitsmerkmal werden gelesene Transponder gegen eine Backenddatenbank bei XQS geprüft und auf Gültigkeit/Echtheit verifiziert. Das bedeutet, dass Fälscher sich zusätzlich in das XQS-System „hacken“ müssten, in diesem System ihre gefälschten Produktdaten hinterlegen und mit entsprechenden Echtheitsdaten versehen müssten. Solche Daten-Manipulationen werden aber vom System geprüft und entsprechende Unregelmäßigkeiten durch das System als Alarm gemeldet. Diese Kombination garantiert eine Fälschungssicherheit, auch im Sinne von EPCGlobal, EPCIS oder FDA Richtlinien.

Qualitätssicherungssystem im Rollout

XQS Service hat im Juni diesen Jahres in Deutschland und China begonnen, das System auszurollen. Hierbei werden onkologische Arzneimittel in Deutschland mit RFID-Transpondern versehen und in China beim Importeur der Arzneimittel an das Echtzeit-Qualitätssicherungssystem zurückgemeldet. Derzeit finden Verhandlungen mit den Behörden in China statt, um eine Arzneimittel- Zulassungsstudie in Krankenhäusern durchführen zu können. Die Durchführung der Studie würde eine landesweite Einführung des Qualitätsmanagement-Systems nach sich ziehen.

Halbpalette von Paul Craemer mit integrierten RFID-Tags für nachhaltige Logistik

Mittwoch, den 28. Juli 2010 um 15:57 Uhr
Halbpalette von Paul Craemer mit integrierten RFID-Tags für nachhaltige Logistik

ECOmax als Alternative zur „Düsseldorfer“ Halbpalette aus Holz

Auf der LogiMat in Stuttgart feierte die neue Kunststoff-Halbpalette mit integrierten RFID-Tags Premiere. Paul Craemer will mit dem „ECOmax“ genannten Halbpalettenkonzept eine Alternative zur „Düsseldorfer“ Halbpalette aus Holz bieten, die laut Frank Bücker, Vertriebsleiter bei Craemer, in den Paletten-Tauschpools von Industrie und Handel nicht immer den hohen Praxisanforderungen entspreche und zusätzliche Kosten verursache.

RFID-Implantat von Microsensys ersetzt Katheter

Montag, den 26. Juli 2010 um 14:27 Uhr
RFID-Implantat von Microsensys ersetzt Katheter

Ein passives RFID-System macht kontaktlose Hirndruck-Messung möglich

In der Notfallmedizin kann der Hirndruck eine Größe sein, die über Leben und Tod entscheidet. Will der Arzt ihn überwachen, muss er eine Operation am Schädel des Patienten vornehmen und eine kabelgebundene Sonde einführen. Eine neue Entwicklung soll nun eine kontaktlose Ermittlung des Hirndrucks ermöglichen. Die Lösung liegt im Trend: Passive RFID plus Sensorik.

GS1 Germany: Standardisierungsarbeit zur RFID-Flachpalette von morgen

Donnerstag, den 22. Juli 2010 um 11:50 Uhr

Auf globaler Ebene hat GS1 die klassischen GS1-Sparten und EPCglobal in eine Organisation zusammengeführt, um noch effizienter auf die Anforderungen der Anwender eingehen zu können.

Von Mike Henn

Keimfreie Lebensmittel durch Automations-Software von Avery Dennison

Montag, den 19. Juli 2010 um 14:29 Uhr
Keimfreie Lebensmittel durch Automations-Software von Avery Dennison

Lückenlose Rückverfolgbarkeit über Software-Module

Nach mehreren Todesfällen wegen verseuchtem österreichischem Käse hat die Handelskette Lidl zwei Produkte des österreichischen Herstellers Prolactal aus dem Sortiment komplett zurückgezogen. Der aktuelle Fall zeigt, dass Lebensmittelkontrollen in speziellen Fällen offensichtlich einer Optimierung bedürfen. Im Jahre 2002 wurde im Lebensmittelgesetz durch Artikel 178/2000 eine ordentliche Rückverfolgbarkeit aller Lebensmittel über Software oder Papier dokumentiert. Effektiv ist dieser Vorgang ab 1. Januar 2005 einzuhalten. „Um eine effiziente Rückverfolgbarkeit von Lebensmitteln gewährleisten zu können, sollte die eingesetzte Software entsprechend der HACCP-Methode aufgebaut sein. Da jedes Unternehmen individuelle Schritte in der Fertigung hat, sollte die Software so aufgebaut sein, dass es möglich ist aus den verschiedenen Modul-Bausteinen eine individuelle automatisierte Software für die Rückverfolgbarkeit der Produkte zu erstellen - je nach den kundenspezifischen Anforderungen“, erläutert Pascal Wopperer, Marketsegment Manager Food & Pharma von Avery Dennison Printer Systems Division EMEA, im Gespräch mit „RFID im Blick“.

Productivity Engineering: RFID-Transponder im Bauwesen

Freitag, den 02. Juli 2010 um 10:30 Uhr
Productivity Engineering: RFID-Transponder im Bauwesen

Mit semiaktiven Sensorik-RFID-Chips lassen sich verschiedenste Umweltdaten erfassen und speichern. Diese können beispielsweise im Bauwesen die Schimmelbildung im Wohnbereich aufnehmen und bei den möglichen späteren Streitigkeiten bezüglich der Kosten für die Beseitigung den Verantwortlichen heranführen. Die sogenannten Datenlogger erlauben es, über einen langen Zeitraum Temperatur- und Feuchtigkeitsdaten und zusätzlich auch Erschütterung aufzuzeichnen.

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