Ein neuer ISO-Standard für die Nutztieridentifikation ist auf dem Weg. Dieser erweitert die bisherigen Standardfunktionen um einen Schreib-/Lese-Speicher sowie die Antikollisionsfunktion zur Pulkerfassung von Nutz- und Haustieren.
Veröffentlicht: Juliausgabe 2009 "RFID im Blick"
Haustiere, und noch viel mehr Nutztiere, werden immer häufiger zwischen verschiedenen Orten transportiert und tragen dabei unterschiedlichste RFID-Transponder vieler verschiedener Hersteller. Ein Kalb beispielsweise, das in einer Landwirtschaft aufwächst, wird mit einem Transponder in der Ohrmarke gekennzeichnet und anschließend an einen Milch produzierenden Betrieb verkauft. Der Melkautomat muss das Tier unter Verwendung desselben Transponders wieder identifizieren können. Hier ist die Leistung (Lesereichweite zwischen Lesegerät und Transponder) wesentlich. Um die Lesbarkeit zu gewährleisten, wird die Kommunikation der Transponder und der Lesegeräte zu den Standards im Labor mittels eines Testverfahrens, welches in der ISO 24631 spezifiziert wird, sichergestellt. Jedoch wird ein solches Verfahren unpraktisch, wenn die Zahl von neuen Lesestationen steigt.
Prüfung der Kommunikation
Die beste Lösung ist es, einen Parameter zu messen, der direkt mit dem Leseabstand zusammenhängt. Einer dieser Paramter ist die magnetische Ansprech-Feldstärke. Dieser Wert hängt in hohem Grad von der Größe der Antenne des Transponders ab. Ein zweiter Parameter ist die Stärke des Rücksendesignals, das sogenannte „Dipol-Moment“. Die anwendbaren Testverfahren und die Schwellenwerte für die verschiedenen Anwendungen sind momentan in Entwicklung durch die „Technical Working Group“ (TWG) der ISO SC 19 WG 3 Gruppe „Tieridentifikation. Ähnliche Anorderungen gelten für die Anwendung des elektronischen Passes, der ebenfalls weltweit gelesen werden muss.
Die nächste Generation: ISO-14223
Um für zukünftige Tierkennzeichnungsanforderungen vorbereitet zu sein, ist ein neuer Transponderstandard ISO-14223 entwickelt worden. Eines der Hauptmerkmale dieser Transponder ist der Schreib/Lese-Speicher. Daten, die auf diesen Transpondern gespeichert werden können, umfassen beispielsweise Geburtsdatum, Namen der Datenbank, von der weitere Informationen abgerufen werden können, Telefonnummer des Inhabers, Schutzimpfungen, Allergien und Sensor-Daten. Eine andere Eigenschaft des Transponders ist seine Antikollisionsfähigkeit, die es beispielsweise ermöglicht alle Tiere in einem Laborkäfig in einem Lesevorgang zu identifizieren. Zusätzlich verhält sich dieser Transponder in seiner Standardfunktion wie ein herkömmliche Transponder nach dem aktuellen Standard ISO-11785, sodass die Tieridentifikationsnummer des neuen Standards durch jeden ISO 11785-kompatibelen Leser im Feld erfasst werden kann. Aktuell ist die Entwicklung des Siliziums für den Transponder der nächsten Generation in Arbeit. Sobald die Nachfrage der Anwender eine angemessene Quantität erreicht, ist die Industrie bereit, die neuen Transponder ISO-14223 zur Verfügung zu stellen. AEG Identifikationssysteme gehört zweifellos zu den Ersten, die dies tun werden.
Neuer ISO-Standard für die Nutztieridentifikation
