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Integrations-Software ermöglicht Anpassung von RFID-Systemen

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Geräteanbindung an übergelagerte ERP-Systeme

Prozessschritte in Unternehmen werden heutzutage durch eine Vielzahl von Geräten unterstützt. Diese nehmen Daten von Mitarbeitern oder angeschlossenen Systemen auf und senden diese an das übergelagerte ERP-System. Über die einzelnen Bausteine einer Integrationssoftware, die Schutzmechanismen und aktuelle Praxisanwendungen sprach „RFID im Blick“ mit Sven Jänchen, Kaufmännischer Leiter bei Ubigrate.

Herr Jänchen, aus welchen Bestandteilen setzt sich eine moderne Integrationssoftware zusammen?

Ein Bestandteil sind Adapter für die Anbindung der zu integrierenden Software-Systeme, beispielsweise Geräte- und Applikationsadapter, die ihre Daten „nach oben“ an das darüberliegende ERP-System senden. „Nach unten“ nehmen die Adapter digitale Nachrichten aus einem Gerät entgegen oder senden Nachrichten an eine Einheit, beispielsweise an einen Drucker. Ein weiterer wichtiger Punkt sind Komponenten für die Anpassung der zwischen den Systemen zu übertragenden Daten (Verarbeitungskomponenten). Nicht alle erfassten Daten sind wichtig für den weiteren Gebrauch. Daher reicht es bei der Datenerfassung von praktischen Anwendungen meistens aus, wenn eine Abweichung von Normalwerten oder Schwellwertüberschreitungen weitergegeben wird, um dann Eskalationsschritte einzuleiten. Daher sollte eine Integrationssoftware eine Vorverarbeitung der Daten vornehmen können. Der letzte Bestandteil ist eine Infrastruktur bestehend aus Komponenten für Monitoring und Management sowie Metadatenmanagement. Sollten Daten in unterschiedlichen Formaten ankommen, beispielsweise Temperaturmessungen in Grad Celsius und Fahrenheit, sorgt die integrierte Infrastruktur für Umrechnungen und Anpassungen.

Welche standardisierten Schnittstellen und Datenformate sollte die Software unterstützen?

Wenn verschiedene Anwendungen miteinander kommunizieren müssen, sollten als standardisierte Schnittstellen Webservices bereitstehen sowie das damit verbundene Datenformat XML. Zudem muss eine Unterstützung von domänenspezifischen Standards berücksichtigt sein. Bei einer Geräteintegration von beispielsweise RFID-Lesern, muss die Software auch den ISO-Standard 15693 unterstützen. Auch Organisationen geben Standards vor, die sich in der Industrie etabliert haben. Daher muss die Software beispielsweise kompatibel zu BAPI-Schnittstellen sein, um die Anbindung an SAP-Systeme zu ermöglichen.

Welche Aufgaben übernehmen Software-Module, die in Integrationssoftware eingebettet sind?

„Sichtbar ist ein Trend zur Produktisierung.“ Sven Jänchen, Ubigrate
„Sichtbar ist ein Trend zur Produktisierung.“ Sven Jänchen, Ubigrate
Module eignen sich besonders zur Realisierung der Geräte- und Applikationsadapter, da ihre Austauschbarkeit die Anpassung der Integrationslösung an eine geänderte IT-Landschaft erlaubt, beispielsweise die Änderung des Typs der eingesetzten RFID-Reader. Auch für Verarbeitungs- und Infrastrukturkomponenten ist der modulare Aufbau sinnvoll, da er die Komposition der Verarbeitung aus vorhandenen Teilen erlaubt und die Wartbarkeit durch den Austausch einzelner Komponenten erlaubt.

Über welche Schutzmaßnahmen beziehungsweise Verschlüsselungsalgorithmen sollte die eingesetzte Software verfügen, damit Angriffe von außen abgewehrt werden können?

Die Integrationssoftware selbst ist ein gekapseltes System, welches von außen nicht angreifbar ist. Besonders sensibel sind aber die Zugänge, die für die Integrationslösung in betriebswirtschaftlicher Standardsoftware geschaffen werden. Hier ist besonders gründliche Zusammenarbeit mit den IT-Verantwortlichen gefragt: Mit welchen Rechten sollte der Zugang der Integrationssoftware ausgestattet werden? Tabu ist hier das pauschale Benutzen eines mit allen Rechten ausgestatteten root-Zuganges. Die nächste Frage ist: Auf welchen Kanälen werden die Daten von oder zur Integrationslösung gebracht? Bei Kommunikation der Integrationslösung über unsichere Kanäle hinweg können daher Verschlüsselungsmechanismen (SSL) oder netzwerktechnische Sicherheitsmaßnahmen (VPN) zum Einsatz kommen.

Sehen Sie spezielle Trends, die sich zurzeit beim Thema Middleware herauskristallisieren?

Sichtbar ist ein Trend zur Produktisierung. Individuelle Programmierung und Anpassung an die Gegebenheiten in einem einzelnen Unternehmen ist immer sehr kostenintensiv. Sicherlich wird es immer ein Projektgeschäft geben, aber ich denke der Trend geht dahin, dass Lösungen im Sinne von Lösungsprodukten angeboten und als Massenprodukt verkauft werden. Damit sind Preisregionen realisierbar, die den Einsatz dieser Techniken auch im breiten Mittelstand möglich machen.

Herr Jänchen, vielen Dank für das Gespräch.

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