„Wir steuern auf den absoluten Bereich der Informationstechnologie zu“
Interview mit Detlef Kammerer, Geschäftsführer, CTG Card Technology Group
Inwiefern können Hybrid-Ausweiskarten mit Verschlüsselungstechnik vor dem Hintergrund der aktuellen Sicherheitsdiskussion eine sichere Alternative darstellen?
Aufgrund der aktuellen Hacking-Attacken fragen sich viele Anwendern verunsichert, ob sie ein Sicherheitsproblem haben und wie sie dieses beheben können. Die Lösungen müssen jedoch ganz individuell nach dem jeweiligen Sicherheitslevel betrachtet werden, das heißt man muss nicht die gesamte Installation ersetzen. Als Alternative ermöglichen Hybridkarten eine schrittweise Migration. Sinnvoll ist diese in der Phase des Übergangs von einer älteren Chip-Generationen auf eine neue mit höherer Verschlüsselung, beispielsweise AES. Varianten wie Legic Advant und Mifare Desfire unterstützen diesen Standard bereits. Eine andere Möglichkeit ist es, die RFID-Technologie mit Kryptocontrollern zu kombinieren, um unterschiedliche Applikationen mit einer Karte bedienen zu können.
Erwarten Sie aufgrund der genannten Gründe höhere Nachfragen für Hybridkarten?
Grundsätzlich sollten Sicherheit und Leistungskomfort im Einklang mit dem Preis stehen. Die Migration von einer bestehenden zu einer verbesserten RFID-Karte ist im Vergleich zu einer ‚normalen‘ Karte teurer. Interessante Absatzmärkte sehen wir in der Verbindung von Logical Access (Authentifizierung mit leistungsfähigen Kryptocontollern) und Physical Access (Zutrittskontrolle), weil diese zu höherem Komfort führt. Ich glaube jedoch, dass wir uns in absehbarer Zeit wegbewegen von der Vielfältigkeit, hin zu einem Chip, der Kryptofunktion unterstützt, kontaktlos arbeitet, über hohe Speicherkapazitäten verfügt und den USB-Token ablöst. Mit RFID-Chips ist dies im Moment aufgrund ihrer Leistungsfähigkeit noch nicht möglich.
Wie verändern die erhöhten Hardware-Sicherheitsanforderungen das moderne Identitätsmanagement aus Herstellersicht?
Wir steuern auf den absoluten Bereich der Informationstechnologie zu, weg vom Papier hin zum IT-gestützten Workflow. Auch der Verbraucher wird sich zukünftig mit Signaturkarte einloggen, um sein Kfz zuzulassen. Je mehr IT, desto höher ist der Bedarf an Verschlüsselungstechniken, die jeden User so schützen, dass er die Technik auch vertrauensvoll nutzt. Der Super-GAU wäre, wenn die Infrastruktur infrage gestellt werden muss, weil sie zu unsicher ist. Wir wissen nicht, ob es das Medium Karte sein wird, mit welcher dieses hohe Sicherheitslevel realisiert werden kann. Aber für uns Kartenhersteller heißt es, das Thema Datensicherheit mit Behutsamkeit und Sorgfalt im Auge zu behalten.
RFID-Hybridkarten von CTG schützen vor Hacker-Angriffen


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