„Sekundenschnelle Inventur“
Holthausen Elektronik hat mit verschiedenen Partnern ein auf innovativer RFID-Technologie basierendes System entwickelt, das in der Lage ist, innerhalb weniger Sekunden den kompletten Bestand eines Luftfahrt-Trolleys zu erfassen. Erstmalig präsentiert wurde es im Mai 2010 auf der Aircraft Interiors Expo in Hamburg. Als Projektpartner fungierten Driessen Aerospace Group NV für den Trolley, Deister Electronic für das RFID-Know-how, Höft & Wessel für die Handhelds, Intrix für die Software und Rako Security Label für die Tags. Deister Electronic hat hierfür eine spezielle Reader-/Antennen-Kombination entwickelt, die sehr klein ist und innerhalb weniger Sekunden bis zu 400 Artikel identifiziert.
Detailliertes Bestandsprotokoll
Mithilfe des neuen Systems erfolgt die Erfassung des Inventars in Sekundenschnelle. Hierzu gehören zollfreie Artikel wie beispielsweise Parfums, Zigaretten und Schokolade. Der Vorab-Check der Behälter ist mittels RFID ohne das Öffnen der Versiegelung möglich. Das Team gewinnt dadurch deutlich mehr Zeit für Service und Vertrieb an Bord. „Vor dem Einsatz der RFID-Technologie wurden die Trolleys manuell geprüft“, sagt Michael Hönscheid, Vertriebsleiter Deutschland bei Holthausen Elektronik. „Dafür müssen die Bordmitarbeiter jedes einzelne Teil einmal in die Hand nehmen und zählen. Laut Protokoll sind das 20 Minuten je Trolley. Bei bis zu 30 Trolleys an Bord mit bis zu 300 Artikeln lässt sich ein beträchtliches Einsparpotenzial erahnen.“ Die beständige und zuverlässige Bedarfserfassung bietet jedoch nicht nur einen immensen Zeitgewinn, sondern senkt darüber hinaus die Diebstahl-Rate und bietet ein detailliertes Protokoll über die tatsächlichen Bestände.Optimiertes Wartungsmanagement
Ein weiterer Vorteil liegt in der vereinfachten logistischen Organisation und Wartung der Trolleys. Durch das gestraffte Behälter-Management können bis zu dreißig Prozent weniger Trolleys eingesetzt werden. Die Einführung der neuen Technik ist einfach zu realisieren. Für die Flugbegleiter vereinfacht sich das Handling, bisherige Abläufe und Gewohnheiten werden nicht verändert. „Die Lufthansa führt etwa 850 000 Flüge pro Jahr durch. Bei 20 Minuten landen wir bei einem Potenzial von circa 30 000 Stunden“, so Michael Hönscheid. „Rechnet man diese mit einem einfachen Stundenlohn von 70 Euro, sind das etwa 20 Millionen Euro pro Jahr. Nehmen wir den deutlich reduzierten Schwund, die Optimierung der Catering-Logistik und der Instandhaltung dazu, reden wir über etwa 30 Millionen Euro pro Jahr, die eingespart werden können. Berücksichtigt man die Prozesskosten, ist ein ROI bereits im ersten Jahr erreichbar.“
RFID-Lösung von deister electronic identifiziert Bestand von Luftfahrt-Trolleys


