Von einer „Single Point“-Identifikation zu einer flächendeckenden Erfassung?
Ein Kommentar von Dr. Alexander Pflaum, Leiter des Zentrums für Intelligente Objekte in Nürnberg, Josef Bernhard, Gruppenleiter RFID und Funksysteme am Fraunhofer Institut IIS in Erlangen und Dr. Michael Krupp, Gruppenleiter Supply Chain Management am Fraunhofer ATL in Nürnberg.
Seit der erstmaligen Vorstellung des Mojix-Systems in den USA im April 2008 hat das System mittlerweile auch in Europa erste Pilottests absolviert und hier für Diskussionen gesorgt. Das Fraunhofer Institut für integrierte Schaltungen, beziehungsweise das am Institut angesiedelte Zentrum für Intelligente Objekte, unterziehen aktuell die Technologie des Systems im Hinblick auf unterschiedliche Anwendungsszenarien in der Logistik umfangreichen Tests.
Die Grundidee des Mojix-Systems ist die Trennung und räumliche Verteilung der Sende- und Empfangseinheit des Readers, sowie die Verwendung einer empfindlichen Phased-Array-Antenne im Empfänger, dem sogenannten Star. Durch die räumliche Verteilung der Sendeeinheiten, den so genannten eNodes, können in einem Bereich von einigen Metern um den eNode passive UHF-RFID-Transponder aktiviert werden. Die Antwortsignale der Transponder wiederum werden von nur einer einzigen Empfangseinheit, nämlich dem Star über eine hohe Distanz empfangen.
RFID-Tags flächendeckend lokalisiert
Die Verwendung einer Gruppenantenne, also einer Antenne mit mehreren Antennenelementen, sowie die Trennung von Sender und Empfänger ermöglichen eine um mehrere Größenordnungen bessere Empfindlichkeit des Empfängers, was die Reichweite beim Empfang von Antwortsignalen der Transponder auf über 100 Meter anwachsen lässt. Durch die Möglichkeit bis zu 512 eNodes in einer Installation zu platzieren können große Bereiche wie Lagerhallen nahezu flächendeckend abgedeckt werden. Eine Besonderheit des Systems ist die Lokalisierung von passiven UHF-Transponder. Dies geschieht sowohl über die Zuordnung der Transponder zu den jeweils aktiven eNodes als auch durch Bestimmung des Einfallswinkels eines Transponder-Antwortsignals an der Phased-Array-Antenne im Star. Damit lässt sich eine Ortsauflösung im Bereich von einem Meter realisieren. Die Genauigkeit dieser Ortsauflösung ist allerdings abhängig von der jeweiligen Einsatzumgebung.
Umfangreiche Tests am ZIO
Die Möglichkeiten dieser Technologie eröffnen neue Anwendungsfelder und führen zu einem Paradigmenwechsel in der Anwendung von RFID-Systemen weg von einer „Single Point“-Identifikation hin zu einer flächendeckenden Erfassung von Arealen. Aber die Technologie hat auch ihre Grenzen. So werden beispielsweise die eNodes heute nur sequentiell betrieben, was zu einer gewissen Verzögerung in der Aktualisierung der Daten führt. Für manche Anwendungen ist dies nicht akzeptabel. Bereits heute ist ersichtlich, dass die Technologie zwar ausgereift ist, dass aber im Einzelfall umfangreiche Systemkonfigurationen notwendig sind. Für viele Anwendungen kann das System verglichen mit herkömmlichen RFID-Systemen die bessere und wirtschaftlichere Lösung sein. Eine Verallgemeinerung ist aber kaum möglich. Hier muss individuell anhand eines entsprechenden Business Cases entschieden werden.
Fraunhofer-Institute testen Star-System von Mojix

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