„Trendwende: Konflikt oder Kooperation?“
„Die Bandbreite der Themen reicht von Sustainability in der Supply Chain über Shopper Research und verbrauchergerichtete Mobile Communication im Handel bis zu innovativen Technologieanwendungen wie RFID", erläutert Jörg Pretzel, Geschäftsführer, GS1 Germany, im Interview mit "RFID im Blick.
Der ECR-Tag ist seit elf Jahren eine beliebte und stimmungsvolle Veranstaltung. Worin liegt das Rezept für den Erfolg?
Die Teilnehmer des ECR-Tags zählen zu den Top-Entscheidern aus Handel und Industrie, deren Terminkalender in der Regel randvoll sind. Dass wir sie dennoch Jahr für Jahr begrüßen können und sogar neue Zielgruppen erschließen, liegt vor allem daran, dass die Veranstaltung einen echten Mehrwert für das eigene Business bietet. Immerhin ist der ECR-Tag der einzige Branchen-Event, der den gesamten Prozess zwischen Industrie, Dienstleistern und Handel abbildet und der konkret umsetzbare Strategien für mehr Wertschöpfung aufzeigt. Dabei haben wir die Messlatte hoch gehängt: Uns geht es darum, jedes Jahr aufs Neue aktuelle Themen und Trends aufzugreifen, die die Branche wirklich bewegen. Das spiegelt sich auch im Programm des 11. ECR-Tags wider. Die Bandbreite der Themen reicht von Sustainability in der Supply Chain über Shopper Research und verbrauchergerichtete Mobile Communication im Handel bis zu innovativen Technologieanwendungen wie RFID. Das hochkarätige Programm ist eine Komponente. Für die hohe Anziehungskraft des ECR-Tags sorgt darüber hinaus aber auch das außergewöhnliche Ambiente an den jeweiligen Kongressstandorten – in diesem Jahr erneut Hamburg. Und nicht zuletzt ist das exzellente Rahmenprogramm zu nennen, das genügend Raum für intensives Networking bietet. Für ihre stimmungsvollen und perfekt arrangierten ECR-Abende ist die Veranstaltung ja mittlerweile berühmt. Alles in allem eine perfekte Mischung, die ihresgleichen sucht.
Best Practices zeigen ganz klar: Gerade in einem herausfordernden Marktumfeld bietet die unternehmensübergreifende Kooperation enormes Potenzial. Ob effi zientere Logistikabläufe, eine verbesserte Warenverfügbarkeit oder gesicherte Produktqualität: Wenn Handel und Industrie ihre Geschäftsprozesse vernetzen und auf der Basis von GS1-Standards harmonisieren, können beide Seiten Aufwand, Zeit und Kosten sparen. So lassen sich beispielweise durch RFID-gestützte Prozesse 70 bis 80 Prozent der Inventurkosten einsparen. Neben den Rationalisierungseffekten verbessert sich auch der Kundennutzen sowie die Kundenzufriedenheit und damit letztlich das Umsatzniveau. Wenn Hersteller und Händler ihre Verbesserungspotenziale entlang der Wertschöpfungskette gemeinsam analysieren, optimieren und insbesondere bei der systematischen Sortimentsoptimierung eng zusammenarbeiten, sind Umsatzsteigerungen von bis zu 40 Prozent möglich. Das ist bei einem durchschnittlichen Anstieg der Wertschöpfung im Handel um jährlich 0,4 Prozent schon ein regelrechter Quantensprung. Diese Werte sind keine theoretischen Werte, sondern in der Praxis bereits erzielt.
Worin besteht Ihrer Ansicht nach die wirtschaftliche Trendwende?
Die aktuelle Finanz-, Wirtschafts- und Schuldenkrise hat noch einmal ganz deutlich den Blick auf die Zusammenhänge globalen Wirtschaftens gelenkt. Infolge des international vernetzten Wirtschafts- und Finanzsystems kann sich heute keine Branche, kein Unternehmen, ja selbst kein Staat mehr von der weltweiten Entwicklung abkoppeln. Alles hängt mehr oder minder stark von einander ab, sich verändernde Rahmenbedingungen wirken sich mit rasanter Geschwindigkeit aus. Wer nur seinen Verantwortungsbereich innerhalb der Wertschöpfungskette im Blick hat, sich abschottet und auf unternehmerische Alleingänge setzt, der beraubt sich der Möglichkeit, die gewaltigen Herausforderungen der Zukunft zu bewältigen. Eine faire und vertrauensvolle Kooperation auf der Basis klarer Spielregeln, Regularien und Standards ist der Schlüssel für die Zukunftsfähigkeit der Wirtschaft. Das erkennen immer mehr Unternehmen. Sie überwinden die Blockaden, die mehr Prozesseffi zienz und Wertschöpfung im Wege stehen, und entwickeln eine neue Kultur der Zusammenarbeit. Das Ziel sind echte Wertschöpfungspartnerschaften, von denen alle Beteiligten profitieren, natürlich – und das ist besonders wichtig - im Rahmen kartellrechtlicher Vorgaben.
Der ECR-Gedanke von GS1 Germany

Die Rodata Group AG und die Nordic ID haben ihre bisherige Zusammenarbeit nun auch vertraglich besiegelt. Rodata, führender und herstellerunabhängiger Systemintegrator für RFID und Barcode-Lösungen in...