„Mobile Datenerfassung ahoi!“
Die Lübecker Hafen-Gesellschaft mbH (LHG) war im vergangenen Jahr, wie zahlreiche Unternehmen aus der Logistikbranche, von den Auswirkungen der Wirtschafts- und Finanzkrise betroffen. Die Menge der umgeschlagenen Güter im Gesamthafen Lübeck, also bei der LHG und den anderen privaten Hafenbetreibern, sank im Vergleich zu 2008 mit 31,7 Millionen Tonnen um 17,1 Prozent auf 26,3 Millionen Tonnen. Die LHG selbst schlug 24,1 Millionen Tonnen um und liegt damit um 15 Prozent unter der Menge des Vorjahres. In diesem Zusammenhang kommt dem Kostenmanagement und damit verbundenen Prozessoptimierung beim Umschlag von Waren und Gütern durch den Einsatz moderner IT eine besondere Bedeutung zu.
Trocken und warm wie ein Südwester
Die Einsatzumgebung der Mobil-Computer im Lübecker Hafen ist durchaus als rau zu bezeichnen. Deshalb ist Robustheit eine der Kernanforderungen an die neue Lösung. So nutzten die Mitarbeiter die Handheld-Computer bei Wind und Wetter genau so wie bei Sonne, Regen und Schnee. Dieser Tatsache mussten die alten Geräte nach vielen Jahren Tribut zollen, denn sie neigten verstärkt zu Fehlfunktionen. Daraus ergab sich an jedem Arbeitstag ein Zeitverlust von etwa einer Viertelstunde pro Mitarbeiter, nur um die Handheld-Computer – inklusive separat angebundener Scanner – einsatzfähig zu machen. „Zeit bedeutet bei uns im Transport- und Lagerwesen den Gewinn oder Verlust von barem Geld, sodass diese Situation so schnell wie möglich verbessert werden musste“, erinnert sich Lohse. Ähnliche Ansprüche gab es bei der Leistung des Displays und im Bezug auf die Ergonomie der Handheld-Computer. „Es ist wichtig, dass die Displays auch bei starker Sonneneinstrahlung gut ablesbar sind“, erklärt Lohse. Auch die Bedienung des Geräts muss mit dicken Handschuhen im Winter jederzeit problemlos möglich sein. Entscheidend ist zudem, dass der im 7535 G2 integrierte Scanner Papierrollen aus unterschiedlichen Reichweiten zwischen einem und drei Metern erfassen kann. Dies erhöht die Effizienz bei Be- und Entladeprozessen auf Schiffen, im Lager oder auf LKWs.Logistikprozesse: Schritt für Schritt nachvollzogen
Sobald die Papierrollen per Schiff im Lübecker Hafen ankommen, werden sie das erste Mal gescannt. Dies dient dazu, die einzelnen Güter zu identifizieren und den Reeder, nach vorgenommener Löschung, von den einzelnen Positionen zu entlasten. Durch die direkte Anbindung an das Integrierte Hafenlogistik-System (IHS) über WLAN findet zudem ein Abgleich der von den Papiermühlen avisierten und tatsächlich vorhandenen Papierrollen statt. Nach der Löschung werden die Waren in Hallen eingelagert bis sie beizeiten auf LKWs verladen und an die Endverbraucher, wie beispielsweise Druck- und Verlagshäuser, ausgeliefert werden. Bei jedem einzelnen Schritt, von der Löschung über die Einlagerung bis hin zum Beladen der LKWs, werden die Papierrollen gescannt, sodass im IHS jederzeit nachvollziehbar ist, wo sich die einzelnen Waren gerade befinden, welche Abteilung mit ihnen belastet ist und wann sie das Hafengelände verlassen sollen. „Da das Papier lediglich für die Auslieferung an den Endkunden in unseren Hallen eingelagert wird, sind alle Beteiligten daran interessiert, die Waren zügig weiter zu distribuieren“, erläutert Rolf Klein, Pressesprecher der LHG. In diesem Zusammenhang sind im IHS – einer Eigenentwicklung der unternehmenseigenen IT-Abteilung Port-IT – alle relevanten Informationen verfügbar. Das System wird zudem bei der Papier-Lager- und Umschlaggesellschaft in Rostock sowie im Port of Gdynia auch als mobile Version auf etwa 30 Handheld-Computern von Psion Teklogix eingesetzt.
Hohe Datenqualität und Effizienz als Ziel
Die Java-basierte Software-Eigenentwicklung des Hafenbetreibers wurde mithilfe des Software Development Kit von Psion Teklogix mit den MDEs verbunden und die Benutzeroberfläche grafisch angepasst. Somit können alle relevanten Arbeitsprozesse auf dem Display abgebildet werden. „Ziel war es, die Qualität der Daten zu verbessern und den kompletten Ablauf schneller und effizienter zu gestalten“, sagt Lohse. Darüber hinaus ist die Hochverfügbarkeit der Handheld-Computer ein wichtiges Kriterium. Dies bezieht sich sowohl auf die Leistungsfähigkeit der Akkus, die mindestens eine Arbeitsschicht von acht Stunden halten müssen ohne gewechselt zu werden, als auch auf die Ersatzbeschaffung bei Defekten. „Durch das Service-Programm I-Serv haben wir über das Online-Portal ‚Teknet’ jederzeit Einblick in die Reparaturhistorie jedes Geräts sowie Zugriff auf alle Informationen. Sollte ein Mobil-Computer einmal Fehlfunktionen aufweisen, wird er sofort per Kurierdienst abgeholt und innerhalb kürzester Frist ersetzt“, sagt Lohse. Dabei hat das Unternehmen immer die volle Kontrolle über die Kosten für Reparaturen innerhalb eines Zeitraums von mehreren Jahren, denn I-Serv verfügt über eine „All-Inclusive“-Option. Bei der Instandsetzung der mobilen Computer sind alle Lohn- und Materialkosten für Standardreparaturen inklusive, sodass die Total Cost of Ownership sinken und Servicekosten insgesamt transparenter und planbarer werden.
Handhelds von Psion Teklogix optimieren Umschlagsprozesse am Nordlandkai

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