Rückblende LogiMAT 2011 – Interview mit Herbert Haberl, Leiter Vertrieb & Marketing der RFID Konsortium GmbH
Herr Haberl, welches sind Ihre Eindrücke von der LogiMAT 2011?
Woran liegt das nach Ihrer Meinung?
Ich glaube, der Hauptgrund ist der, dass die Entscheider den Kopf wieder frei haben für Projekte, die dabei helfen, die Prozesse im Unternehmen zu verschlanken und zu beschleunigen. In den vergangenen zwei Jahren war man angesichts der Finanz- und in Folge Wirtschaftskrise zu sehr damit beschäftigt, das Überleben der Firma zu sichern beziehungsweise sich auf die veränderten Rahmenbedingungen so gut wie möglich einzustellen. Und da waren andere Thematiken wichtiger als die Einführung von AutoID und RFID. Ein anderer Grund ist meines Erachtens, dass mittlerweile die Unsicherheiten hinsichtlich dieser Technologien abgebaut werden konnten. Heutzutage ist mittels RFID (fast) alles möglich! Selbst Umgebungen mit Metallen und Flüssigkeiten können heute einwandfrei identifiziert werden. Ob Baggerschaufeln oder Weinflaschen, ob zur Wartung oder zur Kundeninformation. RFID wirkt.
Auf der Messe präsentierte das RFID Konsortium eine eigenständige stationäre RFID-Anwendung. War das nicht recht aufwendig?
Wir haben unsere Lösung für einen intelligenten Warenausgang auf dem Stand installiert, um zu zeigen, dass selbst komplette RFID-Systeme mit wenig Aufwand eingesetzt werden können. Außerdem wollten wir das Thema „Intelligenter bewegen“ auch visuell nachvollziehbar darzustellen. Den Besuchern wurde vorgeführt, wie einfach und mit welcher Wirkung RFID-Systeme funktionieren. Dabei wurden nicht nur einzelne Produkte durch unser Qualitätssteuerungs-Gate geschoben und identifiziert, sondern auch ganze Verpackungseinheiten wie Behälter oder Paletten. Und damit gleichzeitig gezeigt, wie beispielsweise Warenverfolgung und Behältermanagement funktionieren kann.
Warum haben Sie sich ausgerechnet für die Präsentation einer Warenausgangslösung entschieden?
Das hängt natürlich mit dem Thema der Messe und unserem Portfolio zusammen. Die LogiMAT setzt ihre Schwerpunkte auf Distribution, Material- und Informationsfluss. Wir als RFID Konsortium haben uns auf RFID Anwendungen im industriellen Bereich in Material- und Lagerwirtschaft, Fertigungssteuerung und Produktverfolgung spezialisiert. Und da ist der Warenein- und ausgang eine ideale Schnittstelle. Er bezeichnet einen typischen Übergangspunkt in der gesamten Wertschöpfungskette. Wenn in diesem Bereich eine RFID-Etikettierung erfolgt, ist zunächst eine einwandfreie Warenbelieferung möglich.
Aber damit eröffnen sich auch weitere Möglichkeiten der Optimierung der internen Betriebslogistik. Denn wenn ich mich schon dazu entschlossen habe, Behälter mit RFID-Etiketten zu versehen, kann ich damit genauso gut auch Lagerplätze ausrüsten und automatische Lagerbuchungen ermöglichen. Oder auch anschließend eine Inventur durchführen, bei der sich sämtliche Bestände selbst identifizieren. Wir haben damit auch deutlich gemacht, wie eine Investition in einen intelligenten Warenausgang auch für andere Anwendungen der Betriebslogistik weiter genutzt werden kann.
Wie war die Resonanz der Besucher?
Durchweg sehr gut. Auf unserem Stand gab es natürlich immer Bewegung und dass wir ständig irgendwelche Behälter hin- und hergeschoben haben, hat schon einiges an Aufmerksamkeit erregt und neugierig gemacht. Und die Demonstration der Abfolge einer Warenausgangskontrolle führte nicht selten zu der erstaunten Frage: Wie ist es möglich, dass sämtliche Informationen zu den Produkten und Behältern ohne menschliches Dazutun so plötzlich im gesamten Informationssystem auftauchen können? Abschließend bliebe noch zu sagen, dass die LogiMAT 2011 für das RFID Konsortium eine angenehme Erfahrung und ein Erfolg war. Ein Erfolg, den wir nicht zuletzt auch den Organisatoren, der EUROEXPO Messe- und Kongress GmbH zu verdanken haben, der wir an dieser Stelle für die gute Zusammenarbeit danken wollen. Wir freuen uns auf die LogiMAT 2012.
„Das Interesse an RFID-Systemen ist deutlich gestiegen“

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