Entscheidung in Echtzeit
Sowohl in der produzierenden Industrie als auch in dem Transportation-Segment ist das Unternehmen Harting an verschiedenen RFID-Anwendungen beteiligt. Die Spanne reicht von Zufahrtsregelungen, e-Kanban-Prozessen bis hin zu Ladungsträgeridentifikationen. „RFID im Blick“ sprach mit Thomas Hartmann, Markt- und Applikationsmanagement RFID-Systeme bei der Harting Technologiegruppe, über die aktuelle Ausrichtung des Unternehmens sowie Trends und Entwicklungen auf dem Transpondermarkt.
Herr Hartmann, in welchen RFID-relevanten Bereichen hat das Unternehmen Harting die Kompetenzen im Jahr 2010 erweitert?
Aktuell erweitern wir das Labor für die Qualifizierung von Produkteigenschaften (akkreditiert nach DIN EN ISO/IEC 17025) um Funk- und RFID-Messtechnik. Das Labor hat die Aufgabe alle RFID-Produkte aus dem Hause Harting zu prüfen, Produktfreigaben zu erteilen und entwicklungsbegleitend zu beraten. Zudem wird das Team verstärkt, sodass wir im Labor kompetente Ansprechpartner zum Thema RFID haben. Im Labor selbst erfolgt unter anderem eine Installation mehrerer EMV-Kammern.
"Wir sehen zukünftig mehr und mehr eine Funktionsintegration von RFID-Systemkomponenten in spezielle Geschäfts- oder Produktionsprozesse.“
Thomas Hartmann, Harting Technologiegruppe
In welchen Funktionen wird das RFID-Team von Harting verstärkt?
Das Team wird auf Vertriebsseite, im Produktmanagement und in der Soft- und Hardwareentwicklung verstärkt. Die Harting-Technologiegruppe, bekannt als Anbieter von Netzwerkkomponenten für die Energie- und Datenübertragung, erweitert konsequent das Netzwerksystemportfolio um neuartige RFID-Lösungen. Harting sieht sich dabei als Partner der Systemintegratoren, um diese kompetent bei RFID-Projekten zu unterstützen. Das Werk Rahden ist künftig die Zentrale für das gesamte RFID-Team. Entwicklungen, Laboraktivitäten und Schulungen sind dort konzentriert.
Thema: Aviation – Wie verlief die Qualifizierungs- und Zulassungsphase des Lufthansa-Tags?
Bei Lufthansa sind alle Qualifizierungen erfolgreich verlaufen und Lufthansa Technik hält nun das Zertifikat für die Flugtauglichkeit in den Händen. Der Transponder geht aktuell auch in einer Industrieausführung in Serie, welche applikationsbedingt die Chemikalienresistenz und Temperaturfestigkeit des Tags erfordert.
In welchen Prozessen wird der Lufthansa-Transponder speziell zum Einsatz kommen?
In der Luftfahrt spricht man von MRO-Prozessen (Maintenance, Repair, Overhaul). Dabei werden Austauschteile beim Ausbau im Flugzeug bereits identifiziert und über den gesamten Ablauf der Intralogistik und der Reparatur sowie Wiederaufarbeitung bis hin zur Bereitstellung für einen erneuten Einbau verfolgt. Damit erfolgt eine Erhöhung der Transparenz im gesamten Umlauf sowie eine wesentliche Reduktion der Zeitabläufe.
Erkennen Sie im Jahr 2010 neue Trends für Hard Tags?
Wo bisher Identifikationslösungen nachträglich oder zusätzlich in Produktionsabläufen beziehungsweise an Objekten installiert wurden, sehen wir zukünftig mehr und mehr eine Funktionsintegration von RFID-Systemkomponenten in spezielle Geschäfts- oder Produktionsprozesse. Aktuelle Informationen (beispielsweise Messwerte) sollen auf dem Transponder abgelegt und an bestimmtem Identifikationspunkten wieder ausgelesen werden können.
Welche Prozesse kann eine Funktionsintegration von RFID-Systemkomponenten künftig verbessern?
In einem Sensor-Transponder können beispielsweise Impulse gezählt und in Laufleistung (Kilometer) umgerechnet sowie mit einem Datum versehen im User Memory abgespeichert werden. Der entsprechende Reader muss anhand der Transponder-ID erkennen können, dass er nicht nur die ID sondern auch den User Memory auslesen muss.
Wie wirkt sich dieser Trend auf die Reader aus?
Der Reader muss zukünftig in der Lage sein, an Informationspunkten in Echtzeit zu entscheiden, ob er außer der reinen Objektidentifikation auch zusätzliche Daten auszulesen hat. Diese Entscheidungsprozesse über das Netzwerk in der Middleware abzuwickeln, kann in zeitkritischen Abläufen sonst zu lange dauern. Neben dem reinen Event Processing (Ausblendung von beispielsweise unvollständigen Reads oder mehrfachen gleichen Identnummern) muss er in der Lage sein, einen Anteil einer Middleware zu übernehmen, das heißt er hat einen eigenen Software-Prozessor für speziell programmierte Abläufe.
Der Lufthansa-Tag
Der Tag ist mittlerweile lieferfähig und die Industrievariante MT 86 (HT) ist für Pilotprojekte bereits in Mustermengen verfügbar und im Test bei Kunden.
Harting sieht Funktionsintegration von RFID-Systemkomponenten als Trendgeber

Die Rodata Group AG und die Nordic ID haben ihre bisherige Zusammenarbeit nun auch vertraglich besiegelt. Rodata, führender und herstellerunabhängiger Systemintegrator für RFID und Barcode-Lösungen in...