Grenzenlose Möglichkeiten
Wachstum und Ausweitung des Produkteinsatzes stehen bei Readerhersteller Feig Electronic auf der Marschroute im Jahr 2010. „RFID im Blick“ sprach mit Marketing-Leiter Andreas Löw und Sales Manager Dennis Fuchs über die überstandene Krise und die Ziele des Unternehmens in den kommenden Jahren.
In welchen aktuellen RFID-Anwendungen im Bereich der Logistik und des Handels ist Feig Electronic als Technologiepartner involviert?
Fuchs: Es existieren mannigfaltige Lösungen und Lösungsansätze hinsichtlich der Logistikkette vom Wareneingang über die Fertigungssteuerung bis hin zum Warenausgang. Aktuelle Themen sind hier die Identifikation auf Leiterplattenebene, allgemein Rückverfolgbarkeit und Bestandssicherung. Als erweiterte Themen die eindeutige Identifikation für Onlinegeschäfte und intelligentes Gebäudemanagement im weitesten Sinne. Als Technologieanbieter steht Feig Electronic meist in der zweiten Reihe und unterstützt die direkten Kunden aus den Bereichen Systemintegration und Planung in der Realisierung optimaler Lösungen für die Anwender.
An welchen technologischen Neuerungen hinsichtlich des Einsatzes von Reader-Lösungen arbeitet das Unternehmen Feig Electronic zurzeit?
Fuchs: Aktuell arbeiten wir an Produkten für den neuen Personalausweis und allgemeinen NFC-Anwendungen, ferner an flexiblen und kosteneffizienten Lösungen für die Bereiche Bibliotheken, Fabrikautomation und Artikelsicherung.
Löw: Im Bereich Fabrikautomation arbeiten wir als OEM-Zulieferer für namhafte Unternehmen der Branche, welche unsere RFID-Produkte überall dort einsetzen, wo eine Automatisierung notwendig ist.
„Die Einsatzmöglichkeiten der RFID-Technologie sind in ihrer Vielfalt kaum einzugrenzen.“
Dennis Fuchs, Feig Electronic
Wann erwarten Sie einen Durchbruch für mobile NFC-Geräte?
Fuchs: NFC wird erst dann zum Thema, wenn ausreichend mobile Endgeräte im Markt erhältlich sind. Das wird sicher noch mindestens ein Jahr dauern, wenn man den Mobilgeräteherstellern glauben kann. Alle unsere OBID classic-pro-Geräte sind schon heute kompatibel mit den entsprechenden Standards.
Wie verlief das Jahr 2010 aus Sicht Ihres Unternehmens?
Löw: Feig Electronic hat das Krisenjahr 2009 ohne Personalabbau und ohne die Einführung von Kurzarbeit überstanden. Seit Beginn des Jahres 2010 hat das Geschäft wieder angezogen, sodass wir derzeit fast wieder auf dem Umsatzniveau von 2008 sind.
Wurde der Sektor Forschung und Entwicklung ausgebaut? Falls ja, in welchen Bereichen?
Löw: Neueinstellungen wurden aufgrund der Krise (noch) nicht getätigt. Im März dieses Jahres jedoch konnte unsere komplette Entwicklungsabteilung in unseren Neubau umziehen, der die Kapazitäten von Feig Electronic verdoppelt hat. Auf Basis dieser flächenmäßigen Kapazitätsverdopplung werden wir ab 2011 wohl auch wieder personelles Wachstum generieren können.
„Ab 2011 werden wir wieder personelles Wachstum generieren können.“
Andreas Löw, Feig Electronic
Bitte geben Sie eine Einschätzung über die allgemeine Marktsituation im Jahre 2010.
Löw: Für Feig Electronic gilt, ähnlich wie in anderen Industriezweigen auch, dass wir uns im Jahr 2010 von der Krise erholt haben und wie schon erwähnt fast wieder da angekommen sind, wo wir vor der Krise standen. Dabei sind diese guten Ergebnisse nicht etwa wie in der Automobilindustrie auf ein überdimensionales Wachstum bei den Exporten zurückzuführen. Wie schon in den Jahren zuvor generiert Feig Electronic seine Umsätze zu etwa 50 Prozent in Deutschland.
Auf welche anderen Bereiche beziehungsweise Prozesse können Ihre Lösungen ausgeweitet oder übertragen werden?
Fuchs: Die Einsatzmöglichkeiten der RFID-Technologie sind in ihrer Vielfalt kaum einzugrenzen. Jeder Bereich des täglichen Lebens und Arbeitens, in dem eine automatische oder auch gerichtete Identifikation von Personen oder Gegenständen sinnvoll erscheint, ist ein potenzielles Anwendungsgebiet für RFID.
Wie erfolgt die Anbindung Ihrer Reader-Lösungen an die Infrastruktur des Anwender-Unternehmens?
Löw: Die Anbindung unserer Reader erfolgt grundsätzlich durch unsere Kunden, Systemintegratoren und Lösungsanbieter. Dazu bieten wir Software Development Kits (SDK) für die Programmierung unter Windows (C/C++), Linux, Java, WinCE und .NET an. Der wachsenden Bedeutung von 64 Bit-Betriebssystemen wird dadurch Rechnung getragen, dass verschiedene Treiber für beispielsweise PC/SC oder USB neben den (noch) üblichen 32 Bit-Betriebssystemen auch 64 Bit-Betriebssysteme unterstützen.
Feig Electronic geht gestärkt aus der Krise hervor und forciert Wachstum

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