Hier bleibt keine Küche kalt!
Nolte Küchen ist die zweitgrößte Küchenmarke in Deutschland. Das Unternehmen mit 1 100 Mitarbeitern hat sich auf den Entwurf und die Produktion von Kücheneinrichtungen spezialisiert. Täglich werden rund 700 individuell gefertigte Einbauküchen produziert. Um die enormen Materialbewegungen zwischen den Lägern zu optimieren, entschloss sich das Unternehmen im Dezember 2005 für eine innerbetreibliche Automatisierung. Ziel war die automatische Anbindung der Maschinenstraßen an das Hochregallager sowie die automatische Lkw-Beladung aus dem Hochregallager. Dafür integrierte das Unternehmen eine RFID-gestützte Lösung von Deister Electronic zur Palettenverfolgung. „Seit der Inbetriebnahme vor fünf Jahren hatten wir keinen einzigen Ausfall. Die Leserate liegt bei 99,99 Prozent“, lautet das positive Fazit von Dirk Rottenberger, verantwortlich für die Prozessdatenverarbeitung bei Nolte Küchen.
Serienmaterial auf Paletten
Auf einer Produktionsfläche von insgesamt 85 000 Quadratmetern an den Standorten Löhne und Melle entstehen Küchen nach Maß. Das Halbfertigteil-Werk in Löhne produziert Paletten mit Serienmaterial, deren Transport in die Montagewerke erfolgt, welche ebenfalls in Löhne beziehungsweise Melle stationiert sind. In den Montagewerken werden aus den Bauteilen Küchenmöbel gefertigt.
Versteckter Transponder
Täglich werden 500 bis 600 Stapel Korpus- und Frontmaterial ein- und ausgelagert. Als Ladehilfsmittel fungieren Flachpaletten aus Sperrholz. Mittels einer Bohrung wird in der Mitte der Palette je ein robuster Transponder aus Epoxy mit einem Durchmesser von 30 Millimeter eingesetzt. Das Loch ist mit einem Astlochdübel verschlossen. Die Entscheidung fiel auf RFID-Transponder, weil diese, im Vergleich zum Barcode, robust sind, sich in den Ladehilfsmitteln verstecken lassen und sich außerdem für die Ein- und Auslagerung der Warenströme eignen. Mit Barcodes, die immer gut sichtbar aufgeklebt sein müssen, hätte man für diese Vorgänge laut Aussagen des Unternehmens die dreifache Zeit für das Lesen der Daten benötigt.
Verheiratung durch Lesegeräte
In Löhne stellen vollautomatische Abstapelautomaten hinter Maschinenstraßen die Rohbauteile in Stapeln auf den getaggten Paletten zusammen. Diese überprüft ein Mitarbeiter anschließend auf Qualität und bucht diese manuell an einem stationären Terminal ein. Dabei erhält der Mitarbeiter die Produktionsdaten aus dem PPS-System, gleicht die Soll-Stückzahl mit der Ist-Stückzahl ab und macht gegebenenfalls Korrekturen. Zudem wird noch einen Warenbegleitbeleg erzeugt, der bis zum Verbrauch der Materialien an der Palette verbleibt. „An Aufsetzpunkten erfolgt die Verheiratung der Informationen der Stapel aus dem PPS-System mit dem Transponder, indem der Ladungsträger ein Transponder-Lesegerät überfährt“, erklärt Georg Rupprecht, Leitung Betriebstechnik bei Nolte Küchen, gegenüber „RFID im Blick“.I-Punkt überprüft Ladung
Die Palette fährt auf Rollenbahnen zum Hochregallager. Vor der Einlagerung wird sie vollautomatisch umreift und danach von zwei kurvengängigen Regalbediengeräten aufgenommen und eingelagert. Zuvor überfährt die Palette noch ein weiteres Mal ein RFID-Lesegerät, welche an einem festgelegten I-Punkt installiert ist, um zu überprüfen, ob die richtige Palette auf dem Weg in das korrekte Regalfach ist.
„Die RFID-Lösung war eine sehr zuverlässige Investition, die sich nicht nur wirtschaftlich gerechnet hat, sondern auch quasi wartungsfrei ist.“
Georg Rupprecht, Nolte Küchen
Vollautomatisches Load-System
„Die Haupttätigkeit des Mitarbeiters im Lager ist die Zusammenstellung der Ladungen, die an unsere Montagewerke geliefert werden“, so Rupprecht. Nach Anforderungen der Werke lagern die Mitarbeiter Paletten aus und stellen diese in Lkw-Einheiten zusammen. Die Lkws besitzen eine eigene integrierte Fördertechnik und stehen an automatisierten Verladebahnhöfen bereit. Je nach Palettengröße erfolgt ein Transport von rund 28 bis 33 Paletten auf Rollenbahnen in einen Lkw. Dies geschieht über ein sogenanntes Load-System, welches die Paletten direkt in den Lkw hineinfährt. Das Entladen und die Wareneingangsbuchungen der Paletten in den Montagewerken erfolgt ebenso automatisch wie das Verladen.
Getaggte Transportgestelle
Seit Januar 2007 setzen auch Zulieferer von Nolte Küchen die erprobte RFID-Technologie ein. Somit ist nur eine definierte Sequenz lieferbar, die Lagerbestände sind reduzierbar und alle benötigten Teile sind „just-in-time“ vorhanden. Beispielsweise erhält Nolte Küchen von einem Zulieferer Einbau-Schubkästen, welche dieser in getaggten Transportgestellen anliefert. Im Wareneingang bei Nolte Küchen wird über ein stationäres Lesegerät der Tag erfasst und somit die Informationen über die Schubkästen per Datenfile in das ERP-System eingeschleust.Ausblick
„Zurzeit überlegen wir, für den innerbetrieblichen Transport von Frontteilen RFID-Tags einzusetzen“, erklärt Rupprecht. Die Beförderung der Frontteile für Kücheneinrichtungen erfolgt aktuell über Transportwagen, welche mit einem Barcode-Label ausgestattet sind. Da rund 15 000 von den Bauteilen innerbetrieblich bewegt werden müssen, sei eine Verfolgung und Erkennung der Transportbehälter über RFID zeitsparender und effizienter.
Vorteile des RFID-Einsatzes
- Überprüfung der Ladehilfsmittel
- Reduzierung der Bestände in den Kommissionierlägern
- Schnelles Be- und Entladen der Lkws
- Wartungsfreies AutoID
- Materialverfolgung über die gesamte Lieferkette
- Erweiterung auf externe Lieferanten
- Übertragung der Lieferdaten mit EDI
- Automatische Warenausgangsbuchung in SAP bei Zulieferern
RFID-gestützte Palettenverfolgung von Deister Electronic bei Nolte Küchen 

Die Rodata Group AG und die Nordic ID haben ihre bisherige Zusammenarbeit nun auch vertraglich besiegelt. Rodata, führender und herstellerunabhängiger Systemintegrator für RFID und Barcode-Lösungen in...