Gut geplant ist viel gespart – Interview mit Uwe Wolter, Bluhm Systeme
Die Integration einer RFID-Lösung in Unternehmen ermöglicht eine höhere Transparenz sowie einen reibungsloseren Ablauf durch zusätzliche Lese- und Steuerungs-Vorgänge. Ein zusätzlicher Aspekt kann die unternehmensübergreifende Mehrfach-Nutzung von Smart Labels an verschiedenen Stufen der Lieferkette sein, letztendlich ein handfester Zusatznutzen für den jeweiligen Kunden. In der Industrie erfolgt eine Kennzeichnung von Gütern oft mit automatisch lesbaren Codierungen wie dem Datamatrixcode. Kürzlich hat Bluhm Systeme für diese Anforderungen einen zertifizierten Laser zur Beschriftung von empfindlichen Materialien in Industrieprozessen entwickelt. Auf Basis dieser Neuentwicklung sprach „RFID im Blick“ mit Produktmanager Uwe Wolter über aktuelle Industrietrends sowie RFID-Etikettierverfahren.
Im Jahr 2010 geht der VDMA von einem Aufwärtstrend im Umsatz des Intralogistik-Marktes aus, was den Einsatz von modernen Technologien in Lagerprozessen nicht ausschließt. Erkennen auch Sie einen höheren Automatisierungsgrad sowie -bedarf im industriellen Umfeld?
Generell strebt die Industrie an, Abläufe zu standardisieren und zu automatisieren. Diese werden dadurch nachvollziehbar und die Fehlerquote ist reduzierbar. Weiterhin ist aber auch der aktuelle Status innerhalb des Betriebsablaufs transparent und die nachgeschalteten Prozesse sind leichter planbar. Ob hierfür ein Barcode, Datamatrix oder RFID eingesetzt wird, ergibt sich immer aus der jeweiligen Anwendung.
Wie erklären Sie sich, dass die RFID-Technologie im Bereich der innerbetrieblichen Lagerprozesse noch keinen hohen Durchdringungsgrad erreicht hat?
Nicht für jede Anwendung ist RFID die richtige Technologie. Viele Anwendungen werden daher zu Recht mit Barcode oder Datamatrix gelöst. Es gibt aber auch sehr viele Anwendungen, für die RFID genau das Richtige wäre. Hierzu gibt es noch, sowohl hinsichtlich der Machbarkeit, als auch der Wirtschaftlichkeit, einen starken Informationsbedarf in der Industrie. Vielfach wird das Potenzial noch nicht erkannt und man scheut die vermuteten Kosten, die eine Einführung mit sich bringt. Abwarten, bis alles billiger wird, heißt unter Umständen, die Vorteile nicht rechtzeitig in Anspruch zu nehmen. Gut umgesetzte RFID-Anwendungen rechnen sich schon heute in einem betrieblichen Prozess.
In welchen intralogistischen Prozessschritten kommen RFID-Etikettierverfahren zum Einsatz?
Diese eignen sich beispielsweise besonders in der Produktion und Lagerwirtschaft, da dort Rationalisierungen und Effizienzsteigerungen nicht nur gefordert, sondern auch umsetzbar sind. Der Einsatz reicht von der Integration eines Tags in ein Produkt oder in die Verpackung über die Standard-Etikettierung eines Kartons oder einer Palette sowie vom Tracking+Tracing bis hin zur vollautomatischen Produktionssteuerung. Ein aktuelles Thema ist beispielsweise die Etikettierung von Mehrweg-Transportbehältern, deren Handling und Flusssteuerung durch RFID wesentlich vereinfacht und kostengünstiger wird.
In welchen konkreten Anwendungen wird die vollautomatische RFID-Etikettierung bereits eingesetzt und in welchen Prozessen erfolgt das Applizieren noch manuell?
In der Versandlogistik erfolgt das Applizieren oft noch nach dem Verfahren „Slap‘n Ship“, also kommissionsbezogen manuell, weil sich die Technologie noch nicht flächendeckend durchgesetzt hat. Eine automatische Etikettierung rechnet sich oft dann, wenn die Hauptkunden RFID einsetzen. In der Produktionslogistik hat sich die automatische Etikettierung eher durchgesetzt, weil eine Applizierung ohnehin erfolgt. Hierbei war bisher noch oft die Positionierung des RFID-Labels das Problem, weil das Produkt komplexe Strukturen hat, oder das Label später nicht sichtbar sein soll. Dies haben wir jedoch durch einen mehrachsigen 3D-Applikator gelöst, der eine präzise Etikettierung auch bei schwieriger oder wechselnder Positionierung ermöglicht.
Ein Blick in die Praxis: Bitte nennen Sie aktuelle RFID-Projekte in der Intralogistik, in denen Bluhm Systeme beteiligt ist.
Viele Kunden behalten sich eine Geheimhaltung vor. Zusammenfassend lässt sich zu den Anwendungen aber sagen, dass diese Objektidentitäten herstellen um eine eindeutige Identifikation im Produktionsprozess sicherzustellen. Ein Praxisbeispiel, bei dem wir sehr intensiv beteiligt waren, ist der Polymerhersteller Rehau. Hier setzt man RFID in Kombination mit Barcodes zur Steuerung der Fertigung sowie zur späteren Rückverfolgung von Stoßfängern ein. Die erfolgreiche Umsetzung hat auch in anderen Bereichen neue Ansatzpunkte für einen lohnenswerten Einsatz von RFID aufgezeigt.
„RFID-Etikettierlösungen sind in der Industrie mehr denn je gefordert“

Die Rodata Group AG und die Nordic ID haben ihre bisherige Zusammenarbeit nun auch vertraglich besiegelt. Rodata, führender und herstellerunabhängiger Systemintegrator für RFID und Barcode-Lösungen in...