Im Offshore-Bereich ist der Wartungsaufwand von Windenergieanlagen höher als onshore. Denn Windparks auf hoher See müssen mit dem Schiff angefahren oder per Hubschrauber angeflogen werden. Zudem bedeutet Wartung generell Stillstand, und Stillstand verursacht Kosten. Es gilt deshalb, den Wartungsaufwand möglichst gering zu halten. Eine mögliche Lösung stellt die passgenaue Fernüberwachung dar. Das Unternehmen Deutsche Windtechnik erprobt derzeit ein vollautomatisiertes Robotersystem, das diese Überwachung optimieren soll.
Gemeinsam mit dem Bremer Centrum für Mechatronik hat das Unternehmen Deutsche Windtechnik ein System entwickelt, das die Wartung von wasserseitigen Windenergieanlagen vereinfachen soll. Das Roboter-gestützte Offhore-Service-System („ROSS“) soll Service-Einsätze reduzieren. „ROSS ist ein dezentrales System zur Wartungsüberwachung“, sagt Dr. Holger Raffel, Geschäftsleiter beim Bremer Centrum für Mechatronik. „Es verbessert die Wartungslogistik, indem es die Mitarbeiter über den Zustand der Windenergieanlage informiert, ohne dass diese vor Ort sein müssen.“
Blickwinkel erweitert
Das System arbeitet mit Kameras, die flexibel im Maschinenhaus der Windenergieanlage agieren. „Die Kameras sind nicht fest montiert wie bei herkömmlichen Lösungen“, erläutert Raffel. Stattdessen bewegen sich die Kameras über eine Führungsschiene, die frei gebogen werden kann. Dadurch erweitert sich ihr Blickwinkel. Auch Bereiche des Maschinenhauses, die sonst nicht einsehbar wären, lassen sich erschließen. Das digitale Kamerasystem kann mittels Dreh- und Schwenkachse mögliche Schadensfälle aus verschiedenen Perspektiven beleuchten und ermöglicht so eine bessere Störfallanalyse. Der Roboter des „ROSS“-Systems ist modular aufgebaut. Neben dem Kameramodul verfügt er über ein Trieb- und ein Versorgungsmodul.
Funkverbindung zum ortsfesten PC
Die Kommunikation des Roboters zum ortsfesten PC erfolgt über eine Funkverbindung. „Bei uns läuft diese Verbindung über Wireless LAN“, sagt Raffel. Dies sei auch die naheliegendste Methode. „Im Grunde kann aber jeder Anwender selbst entscheiden, wie er die Verbindung gestaltet.“ Laut Deutsche Windtechnik bietet das System umfangreiche Erweiterungsmöglichkeiten im Bereich Sensorik. Temperatur- und Schwingungssensoren könnten die langfristige Überwachung an Windenergieanlagen möglich machen. Gelänge in Zukunft eine weitere Miniaturisierung des Systems, sei zum Beispiel eine präzise Untersuchung der Rotorblätter von innen denkbar. „Momentan befindet sich das System aber noch in der Aufbau- und Erprobungsphase“, sagt Dipl.-Ing. Klaus Schöler, Geschäftsführer Deutsche Windtechnik Betriebsführung. Noch in diesem Sommer wolle das Unternehmen mit weiteren Details an die Öffentlichkeit gehen. Das Projekt wird gefördert von der Wirtschaftsförderung Bremen (WFB) im Rahmen des Programms zur Förderung anwendungsnaher Umwelttechniken (PFAU) sowie von der Europäischen Union im Zuge des Programms „Investition in ihre Zukunft – Europäische Fonds für regionale Entwicklung“.
UHF-RFID-Transponder in Rotorblättern
Windkraft: Robotersystem optimiert Fernüberwachung

Die Rodata Group AG und die Nordic ID haben ihre bisherige Zusammenarbeit nun auch vertraglich besiegelt. Rodata, führender und herstellerunabhängiger Systemintegrator für RFID und Barcode-Lösungen in der DACH-Region erweitert damit sein Produktportfolio in der Tiefe und Breite. Nordic ID, skandinavischer Hersteller von RFID Mobile Computern, Barcode Handgeräten und fixen RFID Lesern gewinnt im Gegenzug offiziell einen neuen internationalen Vertriebspartner für Deutschland, Österreich und die Schweiz.