Um die internen Logistikprozesse sowie das Paletten- und Produkthandling zu optimieren, rüstete Sachsenmilch den Bereich Pulverabsackung mit RFID-Paletten und Lebensmittellogistik mit UHF-Readern aus. Das Resultat: erhöhte Flexibilität, Ausschluss von Lesefehlern und lückenlose Chargenverfolgung.
Von Sebastian Bombis, Siemens Industry Sector
Die Ausgangssituation für das RFID-Projekt bei Sachsenmilch: Auf drei Palettieranlagen und einer Handabsackanlage wurde bisher mit Holzpaletten gearbeitet. „Im Bereich Pulverabsackung arbeiten wir mit neun unterschiedlichen Palettensorten“, beschreibt Andreas Ulbricht, Projektingenieur für Verfahrenstechnik und MSR bei Sachsenmilch. „Neben Europaletten gibt es kundenindividuelle Modelle, aber auch diverse Einweg- und Containerpaletten für bestimmte Marktsegmente.“ Beim Einlegen in die Palettieranlagen befestigten Produktionsmitarbeiter Etiketten mit EAN-Codes an den Palettenfüßen. Die Kennzeichnungen wurden gescannt, mit den Produktdaten in Beziehung gesetzt und die bestückten Paletten unter ihren Datensätzen im Zentrallager eingeordnet.
Beschränkte Platzverhältnisse, kompakte Bauweise
Vor rund einem Jahr begann das Projektteam, den Bereich Pulverabsackung nach neuen Hygienevorgaben umzuwandeln. Im Vorfeld analysierte das Projektteam die Betriebstauglichkeit verschiedener Angebote für Identifikations- und Logistikaufgaben. Die Entscheidung fiel auf die RFID-Paletten des Unternehmens Craemer. Das Modell CR3 ist serienmäßig mit zwei Transpondern für den Einsatz im Ultrahochfrequenzbereich (UHF) ausgestattet, die zum Schutz vor äußeren Einflüssen in die Palettenfüße eingegossen sind. Die mobilen Datenträger senden und empfangen Informationen auf einer Frequenz von 868 MHz und entsprechen dem Gen2-Standard nach EPCglobal für Datenspeicherstrukturen und RFID-Übertragungsprotokolle (UHF-EPC-Gen2). Da zwischen den Prozessanlagen und den Lesestationen beschränkte Platzverhältnisse herrschen, war es nötig, einen kompakten UHF-Reader mit integrierter Antenne zu benutzen. Für Reinigungs- und Wartungsarbeiten musste er zudem problemlos zugänglich sein. Zum Einsatz kommt der UHF-Reader Simatic RF620R von Siemens.
Störungsfreier Sendebetrieb
Nach der Trocknung gelangt das Pulver in die Sackabfüllanlagen, die es in entsprechenden Mengen dosieren. Für die Pulverabfüllung nutzt Sachsenmilch neben den Papiersäcken ebenso Bigbags, wobei die Handhabung beider Gebindesorten vergleichbar ist. Nach dem Befüllen werden die Säcke verschlossen, etikettiert und über Transportbänder zum Palettierer befördert. Vor der Übergabe der Kunststoffpaletten an den Palettenwechsler werden die Daten des RFID-Tags zum letzten Mal erfasst und die Versandpalette am Wechsler bereitgestellt. Rollenförderer setzen die auf RFID-Paletten gepackten Säcke und Bigbags im Kippelement des Umpalettierers ab.
Der Umpalettierer tauscht die RFID-Palette gegen die Versandpalette aus und transportiert die Gebinde weiter zur Verpackungsmaschine. Zum Schutz vor Schmutz, Feuchtigkeit oder sonstiger Transportbeanspruchung werden die Gebinde in PE-Folie gewickelt. Bis zum endgültigen Versand kommen die Waren anschließend ins Hochregallager und die RFID-Paletten zurück zum Palettierer. Der Bereich Pulverabsackung arbeitet derzeit mit einem Pool von RFID-Paletten, die ausschließlich für die interne Logistik im geschlossen Kreislauf bestimmt sind. Vom Palettenwechsler gehen sie für einen erneuten Durchlauf zurück ins Magazin des Palettierers. In aller Regel werden die Daten direkt im Anschluss an den Palettenwechsel gelöscht, spätestens jedoch dann, wenn neue Datensätze im Palettierer eingelesen werden. Zur Identifikation der Paletten nutzt Sachsenmilch nur den elektronischen Produktcode (EPC), der im Steuerungssystem hinterlegt ist.
Sachsenmilch
Das Unternehmen Sachsenmilch hat seinen Sitz im sächsischen Leppersdorf. Es gehört zur international agierenden Müller-Gruppe. Mit rund 1 600 Mitarbeitern und einer Kapazität von 1,5 Milliarden Kilogramm Milch pro Jahr gilt die Sachsenmilch als einer der modernsten Milch verarbeitenden Betriebe Europas. In den fünf Produktionsbereichen des Standorts wird die bei der Milchverarbeitung anfallende hochwertige Süß- und Sauermolke mittels Membrantechnologie in verschiedene Bestandteile fraktioniert, wobei Molkenderivate wie beispielsweise WPC, Lactose und Milchkalzium entstehen.
Pulverabsackung mit RFID-Paletten

