Nach dem schweren Erdbeben im Januar 2010 in Haiti hat sich die Non-Profit-Organisation Deep Springs International mit Technologiepartnern zusammengeschlossen, um die Verbreitung von Cholera durch schmutziges Trinkwasser einzudämmen. Neben dem Nokia Research Center (NRC) unterstützte auch UPM RFID das Projekt.
Um den Chlorgehalt im häuslichen Trinkwasser mit NFC-fähigen Mobiltelefonen zu verfolgen, wurden den Haushalten Wasseraufbereitungs-Kits zur Verfügung gestellt. Für die rund 50 Nokia 6212 NFC-fähigen Mobiltelefone lieferte UPM RFID die UPM BullsEye NFC-Tags mit NXP Mifare Ultralight-Chip. UPM RFID stellte 4 000 Tags für die Pilotphase und 20 000 Tags für den Rollout zur Verfügung.
Schnelle Hilfe nach dem Beben
Das schwere Erdbeben und der Ausbruch der Cholera im folgenden Oktober machen deutlich, wie wichtig eine schnelle Organisation der Trinkwasserversorgung im Falle von Naturkatastrophen oder schweren Ausbrüchen von Infektionskrankheiten ist. „Um eine bakterielle Cholera-Infektion auszuschließen, ist ein bestimmter Chlorgehalt im Wasser nötig“, sagte Mikko Nikkanen, Business Development Director bei UPM RFID, gegenüber „RFID im Blick“. „Das NFC-Kontrollsystem überwacht diesen Chlorgehalt an den Wasserbehältern.“
NFC-Tags überwachen Wasserprüfung
Familien in den ländlichen Gebieten Haitis verfügen über Wasseraufbereitungs-Kits bestehend aus einem Kunststoffbehälter mit Deckel und Stutzen. Die NFC-Tags sind am Behälter angebracht. „Die ID des Tags am Behälter ist mit einer Datenbank verbunden“, so Nikkanen. „So kann festgestellt werden, wann dem Wasser zum letzten Mal Chlor beigemischt wurde. Denn das Chlor muss in bestimmten zeitlichen Abständen zum Trinkwasser hinzugefügt werden.“ Freiwillige Helfer von Deep Springs International führen Hausbesuche durch, um die richtige Benutzung der Kits zu überprüfen und bei Bedarf zusätzliche Chlor-Lösung auszugeben. Die Wassertechniker lesen die Tags mit NFC-Handys aus. Statt zeitraubende Formalitäten zu erledigen, können die Techniker dadurch deutlich mehr Haushalte besuchen. „Nach einer Katastrophe gehen oftmals ganze Infrastrukturen verloren – auch die der Telekommunikation“, sagt Mikko Nikkanen. Dann sei es wichtig, die Kontrolle zu behalten. Mit NFC-Handys kann man eine Infrastruktur für die Grundversorgung sehr schnell aufbauen. „Regierungen von Ländern, die sich in Risikogebieten für Umweltkatastrophen befinden, können sich rüsten, indem sie eine ausreichende Anzahl von NFC-Tags und -Handys, beispielsweise für Polizei und Feuerwehr, verfügbar haben.“
Infektionen eindämmen
„Das soziale Engagement hat für uns eine wichtige Rolle gespielt“, so Nikkanen. „In den Entwicklungsländern wird die Implementation von Technologie oft für sehr kompliziert und kostspielig gehalten. Wir konnten zeigen, dass mithilfe einer einfachen und kosteneffizienten Technologie Menschen schnell geholfen werden kann, indem die Technologie zu den Menschen gebracht wurde.“ Laut Deep Springs International hat sich durch die Wasseraufbereitung mit Chlor die Häufigkeit von Diarrhö bei den Einwohnern um etwa 50 Prozent reduziert. Die Organisation erreicht derzeit 35 000 Familien in Haiti und will diese Zahl noch steigern, indem sie ihre Ressourcen effizienter ausrichtet.
UPM RFID unterstützt Kampf gegen Cholera