Jute ist einer der natürlichen Stoffe, aus denen bei Armstrong DLW in Delmenhorst seit 130 Jahren Linoleum hergestellt wird. Jute ist der Trägerstoff auf der Unterseite des Fußbodenbelags und wird in Rollen geliefert, gelagert und der Produktion zur Verfügung gestellt. Ein Projekt zur Bestandsmanagement Einführung einer RFID-basierten Lösung hatte folgende Ziele: besseres Lagermanagement, bessere Übersicht über die einzelnen Jute-Chargen in den Rohstofflägern und an den Produktionslagerorten und ein sicheres Bestandsmanagement.
Bisher wurde mit einem Stahlstift ein visuell lesbares Papieretikett an der Stirnfront der Juterolle befestigt. Die visuelle Lesbarkeit sollte erhalten bleiben. Hinzugefügt wurde lediglich eine Kunststofftasche, in die ein UHF-Transponder im Scheckkartenformat eingesteckt wird. Mit gleichem Stahlstift werden nun sowohl das Papieretikett als auch die Kunststofftasche an der Juterolle angebracht. Damit ist die Juterolle bei Aufnahme durch einen Gabelstapler vom Fahrer mit einem mobilen Gerät aus circa zwei Metern Entfernung identifizierbar. Das mobile Gerät ist ein WAPC von Psion. Eine Festinstallation des Readers am Gabelstapler war nicht sinnvoll. Mehrere Gabelstapler hätten ausgerüstet werden müssen. Die Kunststofftasche mit dem Transponder wird nach Verbrauch der Juterollen wiederverwendet und der Transponder wird neu beschrieben. Beim Wareneingang kommt eine UHF-Mouse von Deister zum Einsatz.
Juterollen ohne Readergate identifiziert
„Naheliegend war, Readergates an den Zufahrten zum Lager zu installieren. Wir haben jedoch sofort erkannt, dass unerwünschte Effekte auftreten werden, die von der Software aufzufangen sind. Zum Beispiel würden Juterollen, die in der Nähe des Readergates lagern, wiederholt gelesen werden, obwohl keine Umlagerung stattfindet. Oder im Lager bewegte Juterollen können vom Readergate erfasst werden. Daher haben wir von der Installation eines Readergates abgeraten“, sagte Dr. Roland Zimmerling vom Systemintegrator all in one. Stattdessen wurde an der Einfahrt zum Lager ein Transponder installiert. Da der Gabelstaplerfahrer ein mobiles Gerät mitführt, kann er bei der Einfahrt den Transponder auslesen und somit das Lager identifizieren. Alle Läger am Eingang und der Ablagepunkt in der Produktion wurden mit einem Transponder ausgerüstet.
RFID steuert Umlagerung
Wird eine Juterolle umgelagert, beispielsweise aus einem Lager in die Produktion, nimmt der Gabelstapler die Juterolle auf. Der Fahrer scannt den Transponder. Danach wird im mobilen Ablauf des WAPC ein Lagertransponder erwartet. Bei der Einfahrt ins Lager wird der Lagertransponder ausgelesen und die Umlagerung ist abgeschlossen. Das mobile Gerät bleibt zunächst offline. Die Synchronisation mit der zentralen Anwendung erfolgt über eine Dockingstation.
Inventur im Vorbeigehen
„Im Lager werden die Juterollen bis zu vier Ebenen übereinander gelagert. Dadurch war eine sichere Bestandsaussage und die Inventuraufnahme schwierig und aufwendig. Die Inventur heute ist „im Vorbeigehen“ möglich und der Zeitaufwand hat sich durch den RFID-Einsatz reduziert“, so Zimmerling.
RFID-Lagerlösung der all in one GmbH: Staplerfahrer erfassen funkende Juterollen


